Tweed Magazin

MBuerkle

Active Member
Es stellt sich die Frage nach der eigentlichen Zielgruppe dieses Magazins. Herrenmagazine mit Autos/Zigarren & Co. gibt es mehr als genug. Ob man so ein Blatt nur mit Anzügen füllen kann wage ich mal zu bezweifeln. Zumal die Verkaufszahlen für Anzüge in Deutschland in den letzten 10 Jahren um 80% eingebrochen sind. Diese Zielgruppe wird nicht gerade größer. Vor allem die Zielgruppe derer, die den Anzug nicht nur als lästige Arbeitsklamotte sehen, sondern aus Lust gerne tragen. Eine Anzugbeartung zwsichen Suitsupply und Bespoke finde ich zwar spanned. das ist aber auch schon rechter großer Spagat. Es bleibt spannend. Ich wünsche den Machern viel Glück.
 

Tittapå

Well-Known Member
Ich denke, gerade jetzt, mit Home Office & Co., gäbe es sehr interessante Geschichten zu schreiben und zu diskutieren ...

Das es einen Wandel gibt ist klar.
Das Corona ihn beschleunigt hat ist klar.

Aber genau das ist ja ein riesen Thema für längere Zeit ... plus die Hardliner zum Thema klassische Mode, die es bis zuletzt geben wird.
 

catasha

Well-Known Member
Zum Beispiel, dass Tailoring nicht nur Business Anzüge bedeutet. Sondern dass neu gedacht werden kann, wenn es darum geht. Baumwolle statt Kammgarn, unlined statt Schulterpolster. Nur zwei Beispiele.
 

MBuerkle

Active Member
Na ja, die Frage stellt sich trotzdem, ob man damit 90seitige Magazine mittelfristig füllen kann (zumal Freizeitkleidung oder "Casual Style" von den meisten Menschen doch eher günstiger als "tailored" gekauft wird...würde ich mal tippen).
 

Plastronnadel

Well-Known Member
Es ist wie bei vielen Magazinen die ein Hobby bedienen, irgendwann wiederholen sich über Jahre die Themen. Im Frühjahr Polohemden, im Herbst Pullover, dazwischen mal Schuhe usw.

Letztlich lernt man als Enthusiast nichts neues mehr kennen, denn die Anzeigenpartner geben oftmals den Ton an.

Wirklich kleine Handwerksbetriebe, wie Sie oftmals hier zu finden sind, werden über die Jahre kaum noch vorgestellt.

Zu mindestens habe ich diese Erfahrung bei einigen Magazin schon so erlebt.
 

Tittapå

Well-Known Member
Wirklich kleine Handwerksbetriebe, wie Sie oftmals hier zu finden sind, werden über die Jahre kaum noch vorgestellt.
Das liegt natürlich daran, dass ein redaktioneller Beitrag fast immer an eine Werbeschalte gekoppelt ist.
Dieses Invest lohnt meist aus zwei Gründen nicht, da wäre einmal das Finanzielle - hier ist es leider so, dass der typische Leser bei dem Thema eben nicht der typische Kunde beim echten Schneider ist.

Dann ist es so, dass sich die traditionellen Handwerker nicht unbedingt in Magazinen präsentieren wollen, die auf deren nächsten drei Seiten sich ein Wochenendgeschulter MTM Spezialist austobt. Auch wenn er es gut macht.

Das Heft müsste daher klarer Profil zeigen.
 

bluesman528

Ruhrpotthanseat
Dieses Invest lohnt meist aus zwei Gründen nicht, da wäre einmal das Finanzielle - hier ist es leider so, dass der typische Leser bei dem Thema eben nicht der typische Kunde beim echten Schneider ist.
Irgendwo hab‘ ich mal gelesen, dass es 20.000 Vollmaßkunden gibt. Auf der Welt. Auch wenn ich die Zahl nicht recht glauben kann, gibt sie einen Fingerzeig darauf, wie winzig klein der Bespoke-Markt ist.

Die Zahl derer, die an dem Thema in einem Magazin interessiert wären, ist aber auf jeden Fall größer. In Autozeitschriften sind Ferrari-Reviews ja schließlich auch marktfähig, auch wenn sich das nicht jeder leisten kann/will.

Wieviel größer die Leserzielgruppe wäre, ist mir aber auch nicht klar. Sollte man vielleicht mal hier umfragen. :)
 

Newton

Well-Known Member
Prinzmedien haben es heutzutage geberell schwer gegen die überwiegend sogar (für den Leser) kostenlose digitale Konkurrenz zu bestehen.

Erst zuletzt dachte ich daran, dass ich früher sehr oft Zeitachriften und Magazine gekauft habe und habe mich gefragt, wie lange es mittlerweile her ist, dass ich mein letztes Magazin gekauft habe.

Facebook, Instagram, Youtube und Foren wie auch dieses Stilmagazin haben dazu beigetragen, gewünschte Inhalte aktuell zugänglich zu machen. Meist zum Nulltarif. Reaktionen auf Neuheiten, Tipps, interessante Beiträge. All das liefern die Onlinemedien permanent. Wer, außer ein paar wenigen Enthusiasten vraucht dann noch ein gedrucktes, monatliches ider quartalsweises Magazin?

Wir gehören somit sozusagen auch zu den Totengräbern eines Wirtschaftszweiges, dessen Inhalte uns sogar ansprechen. Sie sind nur einfach nicht mehr zeitgemäß in Form, Frequenz und Kosten.
 

Durlach

Member
Prinzmedien haben es heutzutage generell schwer gegen die überwiegend sogar (für den Leser) kostenlose digitale Konkurrenz zu bestehen.

Nun ja, der Buchmarkt ist ja wegen der elektronischen Medien nicht eingebrochen. Auch die EBooks haben sich bis heute nicht wirklich durchgesetzt. Irgendwas scheint das bedruckte Papier wohl doch zu haben, was den flimmernden Pixels fehlt ... Keine Ahnung, warum das für Zeitschriften offenbar nicht gleichermaßen gilt.
 
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