Einschätzung: Wann kann man wieder reisen?

bluesman528

Ruhrpotthanseat
Mein Worst Case Szenario:

Mutationen des Virus machen den Impfstoff wirkungslos und wir drehen uns weiter im Kreis bzw. hangeln uns weiter mit Lock Downs von Welle zu Welle. Dann wird Reisen in absehbarer Zeit nicht ohne Einschränkungen möglich sein.
Die mRNA-Impfstoffvarianten sind angeblich auf Mutationen leicht anpassbar. Das Problem ist natürlich der Fertigungsaspekt, weil sich das Virus schneller ändern könnte, als sich der jeweils neue Impfstoff in ausreichenden Mengen fertigen und distribuieren lässt.
 

Guenter

Well-Known Member
Zu fragen wäre allerdings, ob eine vollumfängliche Rückkehr zu „Old Normal“ inkl. Reiseverhalten überhaupt wünschenswert ist. Vielleicht sollten wir Corona unter anderem auch als Chance begreifen, manche liebgewonnene Gewohnheit in Hinblick auf ihre ökologischen Auswirkungen kritisch auf den Prüfstand zu stellen.
100 % Zustimmung.

Wenn man unter www.flightradar24.com schaut,
die Flugzeuge mal zählt,
berücksichtigt, dass jedes davon im Schnitt 50.000 l. Kerosin am Tag verbläst,
kommt man unweigerlich zum Ergebnis, dass das nicht mehr lange gut gehen kann
und die Menschheit den Karren momentan wider besseren Wissens
mit Vollgas gegen die Wand fährt.
 

bluesman528

Ruhrpotthanseat
100 % Zustimmung.

Wenn man unter www.flightradar24.com schaut,
die Flugzeuge mal zählt,
berücksichtigt, dass jedes davon im Schnitt 50.000 l. Kerosin am Tag verbläst,
kommt man unweigerlich zum Ergebnis, dass das nicht mehr lange gut gehen kann
und die Menschheit den Karren momentan wider besseren Wissens
mit Vollgas gegen die Wand fährt.
Ganz ehrlich, das Problem ist nicht das Kerosin oder das Gas oder Schiffsschweröl oder Autodiesel oder Fleisch oder was auch immer an Partikularinteresse sonst noch da ist. Das Problem ist, dass wir im Jahre 2100 11.000.000.000 Menschen auf diesem Planeten haben werden. Und jeder von denen möchte neben dem puren Überleben, das dafür auch schon viel Belastung bringt, ein Stück vom Glück, von der Bequemlichkeit, von Genusserfahrungen und von der persönlichen Weltoffenheit, die nur das Reisen bringt.

Alles, was wir öffentlich diskutieren, sind nur abgeleitete Symptome davon, weil niemand über die Zwangsläufigkeit dieser zahlenmäßigen menschlichen Entwicklung reden möchte. Es wäre zu frustrierend.
 

Guenter

Well-Known Member
... das Problem ist nicht das Kerosin oder das Gas oder Schiffsschweröl oder Autodiesel oder Fleisch oder was auch immer an Partikularinteresse sonst noch da ist ...
Schon klar.
Das ist zu unbequem. Das ist zu einfach. Da müsste man sich selbst ja einschränken.
Das kann es nicht sein. Das darf es nicht sein, selbst wenn es so wäre.

... Das Problem ist, dass wir im Jahre 2100 11.000.000.000 Menschen auf diesem Planeten haben werden. ...
Nein.
Je mehr der Wohlstand weltweit zunimmt, desto weniger Kinder werden geboren.
Forscher gehen davon aus, dass der Bevölkerungs-Peak in den nächsten Jahren bei unter 10.000.000.000 erreicht wird und dann die Weltbevölkerung kontinuierlich abnehmen wird.

Trotzdem, da stimme ich zu, wir sind bereits zu viele bzw. weltweit streben zu viele eine umweltfeindliche Lebensweise an.
... Alles, was wir öffentlich diskutieren, sind nur abgeleitete Symptome davon, weil niemand über die Zwangsläufigkeit dieser zahlenmäßigen menschlichen Entwicklung reden möchte. ...
Sie ja auch nicht. Insbesondere, da Sie suggerieren, dass das irgendwo in Richtung Jahr 2100 Thema wird.
Das ist heute schon alles Thema. Kippunkte sind überschritten. Wir müssen handeln.
 

bluesman528

Ruhrpotthanseat
Schon klar.
Das ist zu unbequem. Das ist zu einfach. Da müsste man sich selbst ja einschränken.
Das kann es nicht sein. Das darf es nicht sein, selbst wenn es so wäre.


Nein.
Je mehr der Wohlstand weltweit zunimmt, desto weniger Kinder werden geboren.
Forscher gehen davon aus, dass der Bevölkerungs-Peak in den nächsten Jahren bei unter 10.000.000.000 erreicht wird und dann die Weltbevölkerung kontinuierlich abnehmen wird.

Trotzdem, da stimme ich zu, wir sind bereits zu viele bzw. weltweit streben zu viele eine umweltfeindliche Lebensweise an.

Sie ja auch nicht. Insbesondere, da Sie suggerieren, dass das irgendwo in Richtung Jahr 2100 Thema wird.
Das ist heute schon alles Thema. Kippunkte sind überschritten. Wir müssen handeln.
Ah, ein fanatischer Kreuzfahrer auf dem Weg ins Heilige Land. :) Klar ist es sinnvoll, etwas zu tun, um nachhaltiger zu werden. Aber es wird im Endergebnis völlig sinnlos sein, solange wir 50% mehr werden und von dieser Gesamtmenge 75% 300% mehr Energie verbrauchen werden, um auch nur ansatzweise so gut leben zu können, wie wir Europäer und Amerikaner vor 40 Jahren. Das heißt nicht, dass man nichts tun muss. Aber es heißt, dass sich unsere Ziele auf dem Weg ändern werden, weil es nicht für die paar Westler auf den Verzicht auf ein bisschen Luxus gehen wird, sondern für viele Milliarden Menschen um das Grundrecht auf ein grundlegend würdiges Leben. Die haben halt auch nur ein Leben und werden das verlangen. Die Flüchtlingsströme nach Europa und die USA sind ein erstes Zeichen dafür.

Natürlich gibt es eine einfache Lösung: Wir führen den Kolonialismus wieder ein und zwingen alle wirtschaftlich aufstrebenden Länder in Abhängigkeit, Stagnation und Immobilität. Der Kipppunkt ist aber tatsächlich überschritten, das wird nicht mehr passieren. Zum Glück, wie ich finde.
 

Scarlatti

Well-Known Member
Ah, ein fanatischer Kreuzfahrer auf dem Weg ins Heilige Land. :) Klar ist es sinnvoll, etwas zu tun, um nachhaltiger zu werden. Aber es wird im Endergebnis völlig sinnlos sein, solange wir 50% mehr werden und von dieser Gesamtmenge 75% 300% mehr Energie verbrauchen werden, um auch nur ansatzweise so gut leben zu können, wie wir Europäer und Amerikaner vor 40 Jahren. Das heißt nicht, dass man nichts tun muss. Aber es heißt, dass sich unsere Ziele auf dem Weg ändern werden, weil es nicht für die paar Westler auf den Verzicht auf ein bisschen Luxus gehen wird, sondern für viele Milliarden Menschen um das Grundrecht auf ein grundlegend würdiges Leben. Die haben halt auch nur ein Leben und werden das verlangen. Die Flüchtlingsströme nach Europa und die USA sind ein erstes Zeichen dafür.

Natürlich gibt es eine einfache Lösung: Wir führen den Kolonialismus wieder ein und zwingen alle wirtschaftlich aufstrebenden Länder in Abhängigkeit, Stagnation und Immobilität. Der Kipppunkt ist aber tatsächlich überschritten, das wird nicht mehr passieren. Zum Glück, wie ich finde.
Oder es passiert was, was die Weltbevölkerung wieder dezimiert. Eine Pandemie zum Beispiel.
 

bluesman528

Ruhrpotthanseat
Oder es passiert was, was die Weltbevölkerung wieder dezimiert. Eine Pandemie zum Beispiel.
Das stimmt. Eine beliebige Naturkatastrophe von globalem Ausmaß. Ein kleiner Asteroideneinschlag, ein großer Vulkanausbruch mit globalem Winter und Hungersnöte durch Eintrübung der Atmosphäre würde auch dazu zählen.

Das passiert allerdings nicht so häufig. Da kommt eventuell die nächste Eiszeit schneller.
 

Scarlatti

Well-Known Member
Das stimmt. Eine beliebige Naturkatastrophe von globalem Ausmaß. Ein kleiner Asteroideneinschlag, ein großer Vulkanausbruch mit globalem Winter und Hungersnöte durch Eintrübung der Atmosphäre würde auch dazu zählen.

Das passiert allerdings nicht so häufig. Da kommt eventuell die nächste Eiszeit schneller.
Eher eine Katastrophe durch Menschenhand. Die sind häufiger.
 

Newton

Well-Known Member
Ganz ehrlich, das Problem ist nicht das Kerosin oder das Gas oder Schiffsschweröl oder Autodiesel oder Fleisch oder was auch immer an Partikularinteresse sonst noch da ist. Das Problem ist, dass wir im Jahre 2100 11.000.000.000 Menschen auf diesem Planeten haben werden. Und jeder von denen möchte neben dem puren Überleben, das dafür auch schon viel Belastung bringt, ein Stück vom Glück, von der Bequemlichkeit, von Genusserfahrungen und von der persönlichen Weltoffenheit, die nur das Reisen bringt.

Alles, was wir öffentlich diskutieren, sind nur abgeleitete Symptome davon, weil niemand über die Zwangsläufigkeit dieser zahlenmäßigen menschlichen Entwicklung reden möchte. Es wäre zu frustrierend.

Dass die steigende Weltbevölkerung ein Problem darstellt ist richtig. Richtig ist jedoch auch, dass wir, also die Einwohner der reichsten Länder, es uns zu gut gehen lassen. Wir wissen, dass wir über unseren Verhältnissen leben. Wir wissen, dass wir den Großteil der Weltressourcen verbrauchen und es kümmert uns nur oberflächlich. Ich schließe mich da voll mit ein. Wäre 2020 ein normales Jahr gewesen, wären wir sicher noch dreimal irgendwo hin geflogen. Ich mag Rindersteaks aus Argentinien, liebe Wein aus Übersee, esse gerne exotische Früchte und insbesondere Nutella mit seinem ganzen Palmöl, fahre ein viel zu großes Auto, wohne in einem viel zu großen Haus und und und.
Bin ich bereit auf all das zu verzichten? Nein! Wir leisten einen Beitrag, aber der ist viel zu klein. Im Übrigen ist der Beitrag von 99,9% der Menschen in Deutschland zu klein.

Das Argument mit der zunehmenden Weltbevölkerung ist richtig, aber wo wächst diese Weltbevölkerung. Vor allem dort, wo die Menschen von wenig leben. Das größte Problem sind wir. Das würde sich nur im Fall einer Weltregierung ändern, das aber ist Utopie und würde selbst wenn, nur zu neuen Priviligierten führen.

Tut mir leid, aber ich sehe da echt schwarz für die nächsten Jahrzehnte. Da muss es erst noch viel schlimmer werden, das werde ich aber so Gott will, nicht mehr erleben.
 
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