Dutt oder Alternative als Mann bei längeren Haaren?

proteus

Active Member
Du hast vollkommen recht, aber mich missverstanden. Es geht überhaupt nicht um die sexuelle Orientierung, die ist mir reichlich egal. Im Gegenteil, gerade Schwule haben meistens einen ausgezeichneten Geschmack, ohne im entferntesten tuntig zu wirken.

Die haben auch die geringsten Probleme mit der "Metrosexualität" oder wie auch immer man es nennen möchte. Mittlerweile ist es aber eher so, das die Männer emanzipiert werden müssen. Das hat nichts mit Mode zu tun. Ich koche, ich kann putzen oder meine Hemden bügeln, ohne dabei auf die Idee zu kommen, das seien "weibliche" Tätigkeiten.
Es geht um das Männer ( selbst )Bild, die eigene Wahrnehmung und das scheinbare Fehlen jeglichen Testosterons. Wenn ich mir allein die Werbung anschaue, dürre Knösel die debil grinsend Ihre Brut bespaßen. Nichts gegen den Vater, der mit seinem Kind spielt. Heute hat man aber häufig den Eindruck, die Väter sind schon neidisch, weil sie Ihre Kinder nicht stillen können.

Bedingt durch die 68er Revolution, wo man auf dem Flokati hockte und sich ins Koma debattierte, wurde den Männern kontinuierlich das Rückgrat ausgetrieben. Es gibt Ausnahmen und sicherlich muss man auch nicht mehr in das chauvinistische Frauenbild der 50er zurück fallen, aber eine gewisse Unterscheidung der Geschlechter ist nicht von Nachteil. Da die Damen heute den sozialkompatiblen, weichen, verständnisvollen Softie mit ein bisschen Rocker haben wollen, schwierig. Und, trotz permanenter sexueller Reizlage in den Medien, werden die Knaben dabei immer verklemmter und spiessiger.
Aber sicherlich ein ganz anderes Thema.

Aber, noch einmal, es ging mir weder um die Diffamierung von Homosexuellen, gleich welcher Coleur, noch um die Assoziation bestimmter Haartracht mit Schwulen. Mir ging es um die Verweichlichung der Heten unter uns.
 

bluesman528

Ruhrpotthanseat
Mit dieser Wendung wird der Thread wirklich interessant, weil wir jetzt zur zugrundeliegenden Kernfrage kommen, was maskulines Selbstverständnis eigentlich ist. Ist ein Mann nur ein Mann, wenn er dunkle Anzüge trägt und Big Business macht oder aber in seiner Lumberjack-Form bärtig und im Flanellhemd Holz vor seiner Blockhütte in Kanada hackt und Fallen stellt? Und ist es ein Hausmann, der sich nur um die Kinder und den Haushalt kümmert, während seine Frau die Brötchen verdient, nicht? Was ist mit Farben? Dunkelblau, anthrazit = männlich? Mittelblau, Orange, Rosa = weiblich? Kann ein Mann ernsthaft einen Swarovski-Kristall im Hosenschlitz tragen (siehe Gute-Chinos-Thread)? :D

Irgendwo sind diese Stereotypen ja bei uns verankert (mich selbst ausdrücklich eingeschlossen) und das drang im bisherigen Threadverlauf auch durch. Die gesellschaftliche Entwicklung der letzten 50 Jahre hat das soziale Rollenverhalten von Männern und Frauen einander angenähert, was natürlich auch nicht ohne Einfluss auf die Selbstwahrnehmung von Männern geblieben ist und damit auch die maskuline Außendarstellung subtil verändert hat. Die Frage ist: Ist letzteres schlecht? Proteus meint, ja. Ich neige dazu zuzustimmen, kann aber auch nicht verhehlen, dass ich die neue Möglichkeit, mich über Kleidung modisch bunt auszudrücken (hier natürlich im sartorialen Themengebiet), durchaus schätze. So was war in den hier so hochgelobten 1950er und 1960er Jahren im Alltag für Männer kaum möglich.
 

LordLokii

Well-Known Member
Lese den Faden sehr gerne. Wollte nur mal loswerden, dass ich das Disskusionniveau super angenehm finde. Bitte weiter so.
 
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