Tweed Magazin

Plastronnadel

Well-Known Member
Abgesehen davon, dass da nix flimmert:

Der Unterschied wurde aus meiner Sicht schon oben erwähnt. Es ist die miese Qualität der Inhalte. Wo auch immer Henne und Ei liegen, aber den Inhalt von Zeitschriften bekomme ich in einer schnellen Onlinerecherche selbst und zwar umsonst. Und jedesmal, wenn ich mich in den letzten Jahren dazu hinreißen ließ, einige Euros in einer Zeitschrift zu investieren, war ich hinterher ob des Inhaltes maßlos enttäuscht und habe mich geärgert. Meist hatte ich den Eindruck, dass die Recherche hinter dem Artikel ein googlen war und das Resultat die Zusammenfassung unterbrochen von 70 Prozent Werbung. Dafür sollte kein Baum sterben müssen.
Man sehe sich bei der zweiten Ausgabe unter neuer Regie ganz genau die Anzeigen und Themen an.
Seltsam, seltsam, seltsam....
Letztlich bezahlt man eine toll gemachte Werbebroschüre sehr viel Geld.
Wer es braucht soll es kaufen, aber ich spare mir das Geld lieber für einen guten Espresso.
 

Matz

Well-Known Member
9,80 € für einen Espresso alle 2 Monate?
Ach, Gottchen, geht auch. :)

An alle (berechtigten) Kritiker:
Macht es besser!
 

MBuerkle

Active Member
Mag sein. Dann nenne mal ein Gegenbeispiel.

Ich komme ursprünglich beruflich aus dem Bereich Verlag/Journalismus. Die Situation kann ich schon ganz gut einschätzen.
Es ist völliger Unfug und widerspricht dem klassischen Journalismus, daß ein Journalist über gewisse Themen recherchiert und aufgrund von Sympathie Gefälligkeitsartikel schreibt, weil man sich "näher kommt" wie Du schreibst.

Dein Zitat:
Je tiefer der Einblick, desto näher der Kontakt. Je näher man kommt, desto mehr wird gegengelesen. Übrig bleibt nur Positives. ergo,

Diese Vorgehensweise ist (wenn überhaupt) die Ausnahme, nicht die Regel. "Gegenlesen" bedeut übrigens nicht, daß man den Artikel "rein wäscht", sondern das explizit auf inhaltlich Fehler geschaut wird.
Ein Artikel wird auch nicht "mehr gegengelesen", um so näher man sich kommt.
Der fertige Artikel wird dem Interviewpartner (wenn überhaupt) abschließend vorgelegt und dann ggfs. inhaltlich korrigiert.

Mir ist völlig bewusst, daß es im Bereich der Special-Interest-Titel in den letzten Jahren sehr häufig "Artikel gegen Anzeigen" umgesetzt wurden.
Aber das ist NICHT die Regel. Das würde der Leser auch schnell spüren. Daran kranken Magazine wie GQ, die fast ausschließlich Labels wie BOSS & Joop als "Gentleman"-Soße servieren.
 

Tittapå

Well-Known Member
Ich komme ursprünglich beruflich aus dem Bereich Verlag/Journalismus. Die Situation kann ich schon ganz gut einschätzen.
Es ist völliger Unfug und widerspricht dem klassischen Journalismus, daß ein Journalist über gewisse Themen recherchiert und aufgrund von Sympathie Gefälligkeitsartikel schreibt, weil man sich "näher kommt" wie Du schreibst.
Ich würde hier ganz stark unterscheiden. Von Journalismus über ein Thema für eine Zeitung, und ein Bericht über eine Person oder ein Betrieb in einer Fachzeitschrift. Vielleicht gibt es da kein Schlagbaum der die Grenzen zieht. Aber ich bleibe bei meiner Behauptung, dass eine Zeitschrift die nur neutral und sogar eine negative Darstellung zulässt, keine Einblicke mehr bekommt :) Wenn ein Unternehmer oder ein Unternehmen dabei nicht sehr gut bei weg kommt, wieso sollte es dann über sich berichten lassen?? (ich sage hier auch nicht ob ich das so gut oder schlecht finde, es ist nur völlig normal)
Mir ist völlig bewusst, daß es im Bereich der Special-Interest-Titel in den letzten Jahren sehr häufig "Artikel gegen Anzeigen" umgesetzt wurden. Aber das ist NICHT die Regel. Das würde der Leser auch schnell spüren.
Ich hab es die letzten 20 Jahre nicht anders erlebt. Allerdings beschränkt sich hier meine Erfahrung auf vielleicht 10-12 konkrete Beispiele. Einblick in diesen Markt habe ich zugegeben nicht.

Klar spürt das der Leser. Hat er schon damals bei Nokia in den Handyzeitungen. Und wenn bei AutoBild mal wieder ein Skoda gegen einen Audi gewinnt, sieht man überraschend viele Skoda Anzeigen^^ ... Leben und leben lassen. Ist halt normal.
 

jabbadoo

Well-Known Member
Ich komme ursprünglich beruflich aus dem Bereich Verlag/Journalismus. Die Situation kann ich schon ganz gut einschätzen.
Es ist völliger Unfug und widerspricht dem klassischen Journalismus, daß ein Journalist über gewisse Themen recherchiert und aufgrund von Sympathie Gefälligkeitsartikel schreibt, weil man sich "näher kommt" wie Du schreibst.

Dein Zitat:
Je tiefer der Einblick, desto näher der Kontakt. Je näher man kommt, desto mehr wird gegengelesen. Übrig bleibt nur Positives. ergo,

Diese Vorgehensweise ist (wenn überhaupt) die Ausnahme, nicht die Regel. "Gegenlesen" bedeut übrigens nicht, daß man den Artikel "rein wäscht", sondern das explizit auf inhaltlich Fehler geschaut wird.
Ein Artikel wird auch nicht "mehr gegengelesen", um so näher man sich kommt.
Der fertige Artikel wird dem Interviewpartner (wenn überhaupt) abschließend vorgelegt und dann ggfs. inhaltlich korrigiert.

Mir ist völlig bewusst, daß es im Bereich der Special-Interest-Titel in den letzten Jahren sehr häufig "Artikel gegen Anzeigen" umgesetzt wurden.
Aber das ist NICHT die Regel. Das würde der Leser auch schnell spüren. Daran kranken Magazine wie GQ, die fast ausschließlich Labels wie BOSS & Joop als "Gentleman"-Soße servieren.

Da darf ich widersprechen. Früher war ich als Fachautor in IT Themen unterwegs. Das war vor über 20 Jahren schon Gang und Gäbe bis auf zwei Titel. Entsprechend fielen und fallen auch die "Aufmerksamkeiten" bei Pressekonferenzen und Events sowie Gespräche unter Journalisten und deren Bossen aus.

Heute sind "Specials" fester Bestandteil auch vermeintlich seriöser Publikationen. Man nehme gerne bspw. ein Technologiethema, welches in großen Wochenendausgaben beschrieben wird. Da rennt als allererstes die Anzeigenabteilung los, ggf. werden die dazu passenden Artikel dann auch extern eingekauft. Komplettservice sozusagen. Branchenthemen sind sowieso oft PR Werke.

Bei Politthemen sieht man ebenfalls eine riesige Änderung. Zeitungen schwingen sich von der Berichterstatterrolle zu Mitspielern auf und bedienen dabei eine Zielgruppenklientel. Bild bedient eben diese und diese Leserschaft, Junge Freiheit deutlich rechts, Taz weit links und Augstein Junior gibt den Chefanimateur für Sofasozialisten.
 
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