Mods: The New Religion

Modernist

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Hallo zusammen,

vor kurzem ist eine neue Abhandlung zum Theme Modernismus im England der 60er Jahre erschienen. Der Autor Paul Andersen lässt hier die ursprünglichen Mods selbst zu Wort kommen, welche recht lebhaft und in gut verständlichem Englisch (!) über Mode, Musik und Nachtleben zu dieser Zeit erzählen. Abgerundet wird das durch viele schöne Fotos, die die Mode der damaligen Zeit sehr gut illustrieren:

http://www.amazon.de/Mods-Paul-Anderson/dp/1780385498

Für Mods und 60er Jahre Fans sehr empfehlenswert, bin selbst ganz begeistert davon und kann den Religionsaspekt auch wirklich nur bestätigen. Ich bezeichne mich selbst schon seit Jahren als Mod und dieses Buch hat inzwischen in meinen Kreisen schon den Ruf als Mod-Bibel inne.

Kleiner Nachteil: Die Schrift ist teilweise extrem klein, das ist also eher nichts für kurzsichtige Kollegen mit mangelhafter Sehhilfe!

Viele Grüße
 

proculus

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Klingt super. Würde mich zwar nicht als Mod bezeichnen, aber durchaus als Sympathisant. Jedenfalls die Ursprünge, Musik und Ivy-Look liegen mir sehr(nicht dieser bunte Kram und spätere Frisuren, wenn man mir das verzeiht :D). Besorge ich bald und berichte dann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Modernist

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Ivy kommt da nicht zu kurz! Da wird schön beschrieben, wie die allerersten Mods sich aufgeteilt haben in Ivy-Liebhaber die eher in Jazzclubs zu Hause waren und den Französisch-Italienisch beeinflussten (oftmals auch jüdischen) Mods, die dann eher zum R'n'B und tendierten.
Bin übrigens auch kein Fan der späten Ivy-Mode...in meinem Schrank wird man nie eine grüne Chino finden.
 

Modernist

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Habe ich ehrlich gesagt noch nicht gelesen. Laut den englischen Kollegen (auch denen die damals Anfang der 60er dabei waren) ist das jetzt allerdings das beste Buch zu dem Thema das je erschienen ist und die haben eigentlich schon alle Publikationen durch, daher gehe ich davon aus, dass diese Aussage zutrifft.
 

Der Hanseat

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Einmal dabei, immer dabei.

Zwar hat sich mein Kleidungsstil in den Nuancen verändert (kein Sta Prest mehr) aber noch immer Anzüge, Chinos, Chukkas und Chelseas... John Smedley sowieso :D

Ich habe noch heute Kontakt zu britischen Mods und ja einige von denen waren damasl auch schon dabei, ich frage mal dort was sie von dem Buch halten. Habe bisher aber auch nur gutes (aus Deutschland) gehört. Toller Tipp!
 

Modernist

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Da gebe ich Dir Recht! Sehr gut an diesem Buch gefällt aber, dass wirklich nur die 'Originals' erzählen, was damals denn wirklich angesagt war, es ist nicht wie in anderen Publikationen in denen der Autor verschiedene Dinge aufzählt, die typisch Mod waren. Das führt allerdings auch dazu, dass man teilweise fast schon vom Glauben abfällt - besonders krass fand ich die Erzählungen, dass es damals üblich war Wildlederschuhe und Mäntel in Farben wie gelb, grün, blau und rot einzufärben. Gelbe Schuhe wären bei den heutigen Mods undenkbar, damals trugen das aber tatsächlich die Faces!
 

Modernist

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Da könnte man jetzt wahrlich schön diskutieren - die frühen Mods hatten als Vorbilder ja unter Anderem die edwardianische Dandymode, demnach war das ja sogar 1961 streng genommen schon retro und gar nicht so modern wie man meinen sollte. Auch kam der Begriff Mod erst später auf, damals war man ein "Face" oder extrem "smart" oder "sharp", aber Mod hat sich da noch keiner genannt.
Dieser Trend wurde auch im Revival aufgegriffen! Wer den Film über deutsche Mods aus den 80ern noch kennt weiß auch sicher noch, wie vehement die Jungs abgestritten haben Mods zu sein :D
Dennoch: Mod ist eine generationenübergreifende Sache, man erkennt sich sofort, daher ist der Begriff trotz seiner irreführenden Grundbedeutung als Bezeichnung für eine Subkultur doch irgendwie aktuell.
 

Der Hanseat

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...genauso gruselig finde ich paisley und riesige Gürtel dazu.

Ich habe Mods (Briten) aus der ersten (großen) Welle von 64/65 kennen gelernt. Diese z.B. haben auch die beach wars verurteilt und nicht daran teilgenommen.

Mod = Modernist und nicht prolliges Grenzgehabe. Kann mich Classic nur anschließen - auch mein Avatar hat als lebende Person seinen Kleidungsstil immer verändert und ist dennoch Mod. Heute müsste ein (moderner) Mod sich dementsprechend nuanciert kleiden und der Klassiker eben nach alten Kodizes.

Aber Fellkleidung und ähnliches... :eek: Fürchterlich.
 
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