Kaffee - Fragen-Antworten

Jerick

Well-Known Member
#1
So, nachdem ich es vorgeschlagen habe, eröffne ich den Thread einfach mal.

Da Sandro sich bereit erklärt hat Fragen rund um das braune Gold zu beantworten, hier mal die erste. Darf auch gerne von anderen beantwortet werden:

Was ist bei Stempeltannen, also diese frech press Dinger zu beachten? Relativ grob gemahlen soll der Kaffee, das wei ich mittlerweile. Sonst irgendwas, was zu beachten ist? Ziehdauer?

Vielen Dank im Vorraus dafür!
 
#2
Mhm von French-Press halte ich recht wenig. Wenn man nicht aufpasst und der Kaffee zu lange mit dem Wasser in Kontakt bleibt, bilden sich enorm viele Säuren und Bitterstoffe. (Ähnlich dem Geschmackseffekt die Kaffekanne zu lange auf der Warmhalteplatte der Kaffeemaschine stehen zu lassen)

Im Gegensatz zur maschinellen Zubereitung bleiben jedoch die Kaffeeöle enthalten die sonst im Papierfilter verbleiben. D.h du wirst mit der Kaffeesorte die du normalerweise mit der Maschinen brühst ein komplett anderes Geschmackserlebnis haben.

Womit wir bei deiner Frage zur Ziehdauer wären. Hier ist wie bei so vielen Dingen der Geschmack bekanntlich subjektiv. Ich würde dir empfehlen mit verschiedenen Ziehzeiten zu experimentieren bist du ein für dich geschmacklich optimales Ergebnis gefunden hast. (1-5 Min max.)

Beste Grüße,
Patrick
 
#3
Bei den Stempelkannen muss man die Parameter austesten. Für mich persönlich ist die einfachste und beste Methode Kaffee zuzubereiten die Extraktion im Karlsbaderkännchen. Der Kaffee kommt nur mit geschmacksneutralem Porzellan in Kontakt. Jedoch ist es wesentlich wichtiger einen guten und frischen Kaffee zu nehmen und diesen selber zu frisch zu mahlen.
 

Antonio De Curtis

Gast
#4
Hallo Jerick,

Na dann will ich mal versuchen eine befriedigende Antwort zu finden. Ich bitte um Verzeihung, sollte ich zu theoretisch werden:D

Die Stempelkannen sind vielleicht nicht perfekt (aber was ist das schon?), aber sie sind wohl die Form der Zubereitung von Filterkaffee mit den wenigsten Reizstoffen. Hier die Gründe:

1. Wie in einem der oberen Beiträge schon anklang ergibt sich der höhere Gehalt von Coffein bei Filterkaffee zu Espresso (4 mal höher!) aus der längernen Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeemehl (sorry aber heisst so) bei einer "normalen" Filtermaschine. Durch diesen langen Kontakt wird nicht nur der Kaffeegeschmak extrahiert sondern eben auch sämtliche Reizstoffe:(

2. Bei Vollautomaten hat man das Problem der Kontaktzeit gut gelöst und man bekommt einen sog. Cafe´ Creme, aber man hat ein viel grösseres Problem. Wenn sich die "Brühgruppe" (das Teil, in dem das Wasser auf das gepresste Kaffeemehl trifft) nicht komplet ausbauen kann, kann und wird sich Schimmel bilden:eek:

Insofern kann man mit der Stempelkanne einen guten Kaffee zubereiten. Und das auch noch relativ Preiswert. 99% der ital. Hausfrauen bereiten den Espresso übrigends in der sog. Mokkakanne zu und wenn mit Crema, dann in der Bar.

Ich hoffe, ich konnte einigermassen behilflich sein.

Liebe Grüsse

Sandro
 
#5
Hallo Jerick,


man hat ein viel grösseres Problem. Wenn sich die "Brühgruppe" (das Teil, in dem das Wasser auf das gepresste Kaffeemehl trifft) nicht komplet ausbauen kann, kann und wird sich Schimmel bilden:eek:
Drum kann ich jedem Kaffee-Fan zu einem italienischen Quickmill-Vollautomaten raten. Die Brühgruppe dort ist offen und leicht zu pflegen und das Ding hält ewig?
 
#6
Hallo Jerick,

2. Bei Vollautomaten hat man das Problem der Kontaktzeit gut gelöst und man bekommt einen sog. Cafe´ Creme, aber man hat ein viel grösseres Problem. Wenn sich die "Brühgruppe" (das Teil, in dem das Wasser auf das gepresste Kaffeemehl trifft) nicht komplet ausbauen kann, kann und wird sich Schimmel bilden:eek:
Wobei viele Hersteller wie z.B. Saeco, DeLonghi, Krups, Philips, WMF etc. eine herausnehmbare Brühgruppe bieten. Ein weiterer Vorteil der herausnehmbaren Brühgruppe ist das einige Hersteller es ermöglichen div. kleinere Wartungsarbeiten selbst durchzuführen. Sei es das Fetten der Brühgruppe mit Silikonfett oder das Wechseln eines Dichtungsringes. Hier entgeht man der meist langwierigen Wartung und Reparatur beim Service. (DeLongi Brühgruppen müssen übrigens nicht nachgefettet werden da die entsprechenden Bauteile in der Rückwand sitzen und nicht mit Wasser in Berührung kommen.)

Die Firma Jura gehört m.E. noch zu den Herstellern die eine fest eingebaute Brühgruppe verwendet.

Beste Grüße,
Patrick
 
#7
Hallo zusammen,

ich mache Kaffee immer auf die einfachste Weise, die es wohl gibt.
Prozellan Kaffeekanne, Kaffemehl ;) rein und Wasser d'rauf.

Von sich im Übermaß bildenden Bitterstoffen wegen zu langem Kontakt zwischen Kaffeemehl und Wasser hab' ich noch nichts gemerkt oder finde sie gut...

Mir schmeckt der Kaffee so meistens besser als irgendwo anders.
Kaffee aus Pads find' ich ganz schlimm.

Mach ich mit dieser Methode jetzt einen eklatanten "Kaffeefehler"?:rolleyes:

Grüße
Brogue
 
#9
Hallo zusammen,

Mach ich mit dieser Methode jetzt einen eklatanten "Kaffeefehler"?:rolleyes:

Natürlich machst Du keinen Fehler. ;)

Ich denke so wie man über einen Wein fachsimpeln und diskutieren kann so ist es auch mit Kaffee und seinen unterschiedlichen Zubereitungsarten zu sehen.

Der Geschmack entscheidet und der ist bekanntlich subjektiv. :)

Beste Grüße,
Patrick
 
#10
ich koche meinen espresso normalerweise mit einer Caffettiera, die ich von meinem vater erbte, der sie widerum in den 70ern von seiner tante geschenkt bekam, die in dem jahrzehnt meinte, mit einem italienischen general verheiratet sein zu wollen und daher in rom lebte. der wirklich kurze sinn: unproblematisch, sowohl zu hause als auch auf dem angelausflug und der kaffee ist durchaus sehr bekömmlich.
 
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