Eure Erfahrung mit Schwarze Rose, Boss, Olymp vs Eton

youngelegance

New Member
Hallo,

ich war zuletzt in einem etwas hochwertigeren Modeladen um einen Mantel auszuprobieren. Danach habe ich mich kurz mit dem Inhaber über Hemden unterhalten. Er hat nur Eton (ca. 150-170€) und noch eine andere sehr preisintensive Marke (ich glaube Van Laack) im Sortiment, die seien aus reiner natürlicher Baumwolle. Ich habe ihm gesagt, dass ich viel Seidensticker Schwarze Rose, Boss Black und manchmal auch Olymp trage und damit auch zufrieden bin. Daraufhin hat er mir geantwortet, dass er Olymp und Eterna (hauptsächlich von dem Design her) schrecklich finde, Schwarze Rose soll in den 70er einen nicht so guten Ruf haben (ich weis das nicht, ich bin erst in den 80er geboren), vor allem weil das Material beim schwitzen einen extremen Geruch entwickeln, Boss sei noch ok. Zudem meint er, dass es noch nicht vollständig geklärt wurde, ob dieses bügelfreie Material die Gesundheit wirklich nicht schadet.
Nun möchte ich gerne wissen, wie Ihr seine Meinung sieht, wollte er mir lediglich seine Hemde andrehen oder steckt da doch Expertenwissen dahinter? Wie würdet ihr die zuvor erwähnten Marken einstufen? Gibt es wirklich ein großer Unterschied zwischen den Marken die 60-80€ kosten wie Schwarze Rose, Olymp, Boss und den Marken wie Eton die 160€ kosten? Was wäre bei den Hemden z.B. ein Mercedes? Was ein Porsche bzw. VW?

Danke für eure Antworten!
 

Youngster

Member
Einfach mal "Boss Hemd" oder "Olymp" in der Suchfunktion eingeben.
Gibt bereits einige Threats die sich mehr oder weniger mit der Frage beschäftigen...
 

tomoma

New Member
Um doch mal kurz eine Antwort zu geben:
Ich trage ebenfalls sehr viel Seidensticker Schwarze Rose (extra langer Arm) und habe auch ein paar Eton, Jaques Britt und Olymp im Schrank.

Meine liebsten Hemden sind mir tatsächlich die von Eton. Man merkt einen deutlichen Unterschied im Gewebe und der tragekomfort ist enorm. Manschetten und Umschläge knittern oder beulen nicht, Knöpfe fallen nicht ab oder brechen und die Hemden fangen beim tragen nicht schnell Falten. Ich kaufe Eton aber nur im Sale, da bekommt man die die Hemden für ~80€.

An zweiter Stelle stehen bei mir die Seidensticker. Ungleich günstiger zwischen 45 und 55 Euro, dazu einigermaßen bügelfrei. Liegt bei mir aber an der extrem guten Passform. Olymp ist dagegen immer ein Zelt und knittert sehr schnell beim tragen, außerdem ziehen sie schnell Fäden und bei mir sind schon ein paar Knöpfe gebrochen.

Die Boss Hemden sind bei mir nach einem Jahr durch Reinigung/Wäsche/Bügeln mehr oder weniger hin. Der Stoff hat sich irgendwie verhärtet und auch die Kragen haben ein Eigenleben entwickelt.

Fazit: Seidensticker ist bei mir im Day-To-Day vom PLV eindeutiger Sieger, aber besser aussehen und wohler fühlen tue ich mich in Eton.
 

seacab

Member
Habe mir gerade Hemden Nummer 4 und 5 von Olymp gekauft. Slim Line.
Bleiben auch am Körper glatt, knittern nicht, Stoff fühlt sich gut an und Fädenziehen und gebrochene Knöpfe bisher null.
Scheint vielleicht auch standortabhängig zu sein, wenn es so unterschiedliche Erfahrungen damit gibt.

Van Laack produziert in Tunesien, Vietnam und Indonesien. Seidensticker u.a. in Vietnam. Mit welchen Chemikalien die Baumwolle behandelt wird - who knows??
Van Laack knittert extrem, das mußte ein Verkäufer in einem von mir aufgesuchten, alteingesessenen Herrenausstatter- und Bekleidungsgeschäft auf meine Frage zugeben. Er selbst hat einige davon.

Von Seidensticker sind mir 6 (!!!) Hemden am Ellbogen aufgerissen, eines auch am Ärmel, als ich nach Öffnen des Knopfes den Ärmel samt Pulloverärmel ein Stück den hochschieben wollte - dabei hatte ich nur mir Daumen und Zeigefinger zugefasst.

überleg mal warum van laak Hemden mehr knittern? Weil sie eben nicht bzw weniger mit Chemie behandelt sind!
 

xpneu

Active Member
Mein Vater trug in den 60ern und 70ern Hemden von "Schwarze Rose". Die Dinger waren aus Nyltest; damals entwicklungstechnisch der letzte Schrei!
Nur leider eben aus Kunstfaser - deshalb hast du schon nach kurzer Zeit gestunken wie Harry :eek:

Aber eines ist mal klar: je weniger "bügelfrei", desto weniger Chemie im Hemd!
 

utala

Active Member
Mein Vater trug in den 60ern und 70ern Hemden von "Schwarze Rose". Die Dinger waren aus Nyltest; damals entwicklungstechnisch der letzte Schrei!
Nur leider eben aus Kunstfaser - deshalb hast du schon nach kurzer Zeit gestunken wie Harry :eek:

Aber eines ist mal klar: je weniger "bügelfrei", desto weniger Chemie im Hemd!

Jau, aber mit Nyltesthemden bzw. deren Resten konnte man fantastisch im Aquarium die Algen von den Scheiben putzen, ich hab nie was besseres besessen. Und: ein Nyltesthemd, abends gewaschen und tropfnass aufgehängt war am nächsten Morgen glatt, trocken und einsatzbereit. :D

Der Gestank wurde mit Tabak Original überdeckt. Wenn alle gleich stinken...:rolleyes:

Noch was: die Schwarze Rose war knapp oberhalb des Hosenbundes eingestickt, Stiel in der Hose, Draht zur Wasserleitung.
 
Zuletzt bearbeitet:

bluesman528

Ruhrpotthanseat
Mehr Knitter = weniger Chemie? Reine Spekulation.
Wenn´s nur so einfach wäre.
Es ist so einfach. Die sog. Bügelfreiheit ergibt sich durch eine Ammoniak-Behandlung des Stofffasern mit anschließendem Kunstharz-Tauchbad des Stoffes.

Natürlich sind dicke Stoffe dichterer Webarten tendenziell weniger knitteranfällig als dünne Stoffe offenerer Webarten. Aber da bei 30 Grad Außentemperatur ein dichter, dicker Twill eher unbrauchbar ist, kommt man um eine gewisse Variabilität im eigenen Hemdenvorrat nicht herum.
 
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