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Lionel_Hutz

Well-Known Member
Nur das Hapag Lloyd Schiffe kein Schweröl mehr nutzen, nur so am Rande erwähnt.
Kreuzfahrtschiffe benutzen selten Schweröl, das stinkt den Passagieren nämlich zu sehr und meist sind die sogar dieselelektrisch was den Wirkungsgrad etwas verbessert (wobei da eben der Großteil der Elektrizität gar nicht für den Vortrieb benötigt wird, sondern für die Elektrizität des Mini-Dubai, was da auf dem Kahn betrieben wird). Schiffs"diesel" verbrennen aber typischerweise fast alles was zu kriegen ist und in der Regel ist das nicht der supersaubere Diesel, den wir uns ins Auto packen, sondern irgendwas anderes aus dem "Crack" was so dazwischen liegt.

Schlimmer geht immer, aber man sollte sich auch nicht zu sehr von Greenwashing-Werbeaussagen blenden lassen. Bis ein Kreuzfahrtschiff "grün" ist, wird noch viel Zeit vergehen.
 

Gelöschtes Mitglied 29180

Gast
Muss man jetzt grün sein?
Wenn man sich anderen gegenüber überlegen fühlen möchte, ja. Man muss zudem andere über ihr ungrünes Fehlverhalten belehren und Maßnahmen befürworten, die das globale Klima einen Furz interessieren (weil sie auf nationaler Ebene stattfinden, weil sie durch globales Bevölkerungswachstum überkompensiert werden etc.).
 

Lionel_Hutz

Well-Known Member
Wenn man sich anderen gegenüber überlegen fühlen möchte, ja. Man muss zudem andere über ihr ungrünes Fehlverhalten belehren und Maßnahmen befürworten, die das globale Klima einen Furz interessieren (weil sie auf nationaler Ebene stattfinden, weil sie durch globales Bevölkerungswachstum überkompensiert werden etc.).
Wenn man sich überlegen fühlen will, sollte man besser sein Verhalten gut reflektieren.

Man kann es sich natürlich auch leicht machen, aber der kategorische Imperativ wurde immerhin in Deutschland erfunden. Ich finde die Erwartung putzig, dass Schwellenländer sich für Nachhaltigkeit interessieren sollen, wenn die Industrienationen sagen, dass ihre Milliarde Weltbevölkerung ja im Ergebnis auch keinen Unterschied macht.

Deswegen muss ja niemand zwangsläufig auf etwas verzichten, was ihm wichtig ist, aber zu sagen, auf mich selbst kommt es eh nicht an, ist eine Nummer zu billig.

Wenn ich in den Pool pinkele, mag das nicht ins Gewicht fallen, aber wenn jeder es macht, halt schon. Deswegen ist das ein ganz schlechtes Argument.

Finde ehrlich gesagt schade, in einem Stilmagazin, diese Stammtischparolen zu lesen.
 

ingirum

Well-Known Member
Unter der Prämisse des Kantschen Imperativs ist doch akzeptabel, wenn alle reichen Leute Kreuzfahrten machen. Das verursacht auch keinen schlechteren Fußabdruck, wie die ganze Fliegerei.
 

catasha

Well-Known Member
Ich bin sicher kein Öko und ehrlich gesagt ist mir das bei meinen Hobbys relativ egal aber allein schon die Art des Reisens - auf so einem RIESEN-Dampfer in die sonst schöne Landschaft einzufahren, inkl. Fressprogramm und definierten Freilaufzeiten wie eine teurere Busreise voll Ommas - finde ich extrem abtörnend, unauthentisch, gar peinlich ordinär und daher ja - einen Grund zum Jammern.
Dies. Geht überhaupt garnicht um Öko oder nicht Öko, sondern um die Art und Weise. Ist an Dekadenz kaum zu überbieten.
"Ach Uschi, lass uns doch mal schauen wie die Menschen auf Haiti so leben. Och guck mal da, die essen so grüne Bananen! Richtig nette Menschen hier"
"Ja, was freu ich mich später auf unser Buffet auf dem Schiff - vielleicht haben sie für uns heute auch sowas tolles vorbereitet!"
 

Newton

Well-Known Member
Dies. Geht überhaupt garnicht um Öko oder nicht Öko, sondern um die Art und Weise. Ist an Dekadenz kaum zu überbieten.
"Ach Uschi, lass uns doch mal schauen wie die Menschen auf Haiti so leben. Och guck mal da, die essen so grüne Bananen! Richtig nette Menschen hier"
"Ja, was freu ich mich später auf unser Buffet auf dem Schiff - vielleicht haben sie für uns heute auch sowas tolles vorbereitet!"

Du trägst am liebsten schwarz und weiß vermute ich mal ;-)
 

Gelöschtes Mitglied 29180

Gast
Wenn man sich überlegen fühlen will, sollte man besser sein Verhalten gut reflektieren.
Dazu gehört auch eine schonungslose Reflexion dessen, was jedem einzelnen und der Gesellschaft in Gänze möglich ist und was nicht. Deutschland überschätzt chronisch seine Möglichkeiten und seinen Einfluss (nicht zum ersten Mal, ist so ein Kulturtick). Das, was diesbezüglich aus der Politik kommt, ist - ich muss diesen inflationär verwendeten Begriff leider bemühen - ökologischer Populismus.

Man kann es sich natürlich auch leicht machen, aber der kategorische Imperativ wurde immerhin in Deutschland erfunden
Ja, und jetzt nerven wir alle auf der Welt damit. Hinzu kommt, dass wir Deutschen immer denken, wir seien Vorbilder für die restliche Welt. Wir fühlen uns diesbezüglich anderen Kulturen latent überlegen. "Macht doch alle unsere Energiewende mit! Wie, ihr baut Atomkraftwerke? Seid ihr bekloppt!?"

. Ich finde die Erwartung putzig, dass Schwellenländer sich für Nachhaltigkeit interessieren sollen, wenn die Industrienationen sagen, dass ihre Milliarde Weltbevölkerung ja im Ergebnis auch keinen Unterschied macht.
Es geht um Deutschland. Es geht um die Dinge, auf die wir hier (über Wahlen) wirklich direkt Einfluss haben. Es interessiert das globale Klima nicht, ob wir unsere Treibhausgasemissionen auf 0 reduzieren.

Deswegen muss ja niemand zwangsläufig auf etwas verzichten, was ihm wichtig ist, aber zu sagen, auf mich selbst kommt es eh nicht an, ist eine Nummer zu billig.
Selbst wenn es realistischerweise so ist? Muss ich unbedingt etwas tun, was nicht funktoniert, nur, um überhaupt etwas getan zu haben? Warum? Um eine Illusion von Kontrolle aufrecht zu erhalten? Damit ich mich besser fühlen kann?

Ehrlich gesagt kann das jeder selbst für sich entscheiden, aber geht mir nicht mit dem kategorischen Imperativ auf den Sack.

Wenn ich in den Pool pinkele, mag das nicht ins Gewicht fallen, aber wenn jeder es macht, halt schon. Deswegen ist das ein ganz schlechtes Argument.
Ich würde dir zustimmen, wenn Zugriff auf "jeden" hätten. Haben wir aber leider nicht. Wir haben über einen gesellschaftlichen Diskurs nur Zugriff einen minimalen Teil der Partygäste. Vielleicht können wir Dinge ins Rollen bringen, die uns lokal was bringen (bessere Luft in Innenstädten etc.). Wir können versuchen, den Diskurs woanders hinzutragen - aber die Idee, dass wir durch unsere Klimapolitik großartig etwas erreichen könnten, sorry, das ist Selbstüberschätzung.

Finde ehrlich gesagt schade, in einem Stilmagazin, diese Stammtischparolen zu lesen.
Solche Kommentare finde ich ehrlich gesagt nicht besonders nett und laden zur Eskalation der Diskussion ein.
 
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