Tweed Magazin

Tittapå

Well-Known Member
Ich komme ursprünglich beruflich aus dem Bereich Verlag/Journalismus. Die Situation kann ich schon ganz gut einschätzen.
Es ist völliger Unfug und widerspricht dem klassischen Journalismus, daß ein Journalist über gewisse Themen recherchiert und aufgrund von Sympathie Gefälligkeitsartikel schreibt, weil man sich "näher kommt" wie Du schreibst.
Ich würde hier ganz stark unterscheiden. Von Journalismus über ein Thema für eine Zeitung, und ein Bericht über eine Person oder ein Betrieb in einer Fachzeitschrift. Vielleicht gibt es da kein Schlagbaum der die Grenzen zieht. Aber ich bleibe bei meiner Behauptung, dass eine Zeitschrift die nur neutral und sogar eine negative Darstellung zulässt, keine Einblicke mehr bekommt :) Wenn ein Unternehmer oder ein Unternehmen dabei nicht sehr gut bei weg kommt, wieso sollte es dann über sich berichten lassen?? (ich sage hier auch nicht ob ich das so gut oder schlecht finde, es ist nur völlig normal)
Mir ist völlig bewusst, daß es im Bereich der Special-Interest-Titel in den letzten Jahren sehr häufig "Artikel gegen Anzeigen" umgesetzt wurden. Aber das ist NICHT die Regel. Das würde der Leser auch schnell spüren.
Ich hab es die letzten 20 Jahre nicht anders erlebt. Allerdings beschränkt sich hier meine Erfahrung auf vielleicht 10-12 konkrete Beispiele. Einblick in diesen Markt habe ich zugegeben nicht.

Klar spürt das der Leser. Hat er schon damals bei Nokia in den Handyzeitungen. Und wenn bei AutoBild mal wieder ein Skoda gegen einen Audi gewinnt, sieht man überraschend viele Skoda Anzeigen^^ ... Leben und leben lassen. Ist halt normal.
 

jabbadoo

Well-Known Member
Ich komme ursprünglich beruflich aus dem Bereich Verlag/Journalismus. Die Situation kann ich schon ganz gut einschätzen.
Es ist völliger Unfug und widerspricht dem klassischen Journalismus, daß ein Journalist über gewisse Themen recherchiert und aufgrund von Sympathie Gefälligkeitsartikel schreibt, weil man sich "näher kommt" wie Du schreibst.

Dein Zitat:
Je tiefer der Einblick, desto näher der Kontakt. Je näher man kommt, desto mehr wird gegengelesen. Übrig bleibt nur Positives. ergo,

Diese Vorgehensweise ist (wenn überhaupt) die Ausnahme, nicht die Regel. "Gegenlesen" bedeut übrigens nicht, daß man den Artikel "rein wäscht", sondern das explizit auf inhaltlich Fehler geschaut wird.
Ein Artikel wird auch nicht "mehr gegengelesen", um so näher man sich kommt.
Der fertige Artikel wird dem Interviewpartner (wenn überhaupt) abschließend vorgelegt und dann ggfs. inhaltlich korrigiert.

Mir ist völlig bewusst, daß es im Bereich der Special-Interest-Titel in den letzten Jahren sehr häufig "Artikel gegen Anzeigen" umgesetzt wurden.
Aber das ist NICHT die Regel. Das würde der Leser auch schnell spüren. Daran kranken Magazine wie GQ, die fast ausschließlich Labels wie BOSS & Joop als "Gentleman"-Soße servieren.

Da darf ich widersprechen. Früher war ich als Fachautor in IT Themen unterwegs. Das war vor über 20 Jahren schon Gang und Gäbe bis auf zwei Titel. Entsprechend fielen und fallen auch die "Aufmerksamkeiten" bei Pressekonferenzen und Events sowie Gespräche unter Journalisten und deren Bossen aus.

Heute sind "Specials" fester Bestandteil auch vermeintlich seriöser Publikationen. Man nehme gerne bspw. ein Technologiethema, welches in großen Wochenendausgaben beschrieben wird. Da rennt als allererstes die Anzeigenabteilung los, ggf. werden die dazu passenden Artikel dann auch extern eingekauft. Komplettservice sozusagen. Branchenthemen sind sowieso oft PR Werke.

Bei Politthemen sieht man ebenfalls eine riesige Änderung. Zeitungen schwingen sich von der Berichterstatterrolle zu Mitspielern auf und bedienen dabei eine Zielgruppenklientel. Bild bedient eben diese und diese Leserschaft, Junge Freiheit deutlich rechts, Taz weit links und Augstein Junior gibt den Chefanimateur für Sofasozialisten.
 

Durlach

Member
Kann das sein, dass TWEED jetzt endgültig eingestellt wurde? Vorgestern sollte die neue Ausgabe in den Handel kommen, habe aber überall noch die letzte vom Juli gefunden. Auch auf mykiosk.de sind die Verkaufsstellen dünn gesät (für ganz München nur 4), was ebenfalls auf unverkaufte Restexemplare der alten Ausgabe hindeutet.
 

orca78

New Member
Kann das sein, dass TWEED jetzt endgültig eingestellt wurde? Vorgestern sollte die neue Ausgabe in den Handel kommen, habe aber überall noch die letzte vom Juli gefunden. Auch auf mykiosk.de sind die Verkaufsstellen dünn gesät (für ganz München nur 4), was ebenfalls auf unverkaufte Restexemplare der alten Ausgabe hindeutet.
Es gab einen Brief an alle Abonnenten, das sich die neue Ausgabe etwas verschiebt. Als Grund wurde angegeben das der Verlag von Liechtenstein nach Hamburg verlagert wurde. Die neue Ausgabe erscheint daher erst am 05. Oktober. Die zukuenftigen Ausgaben sollen wie geplant erscheinen.
 

Durlach

Member
Es gab einen Brief an alle Abonnenten, das sich die neue Ausgabe etwas verschiebt. Als Grund wurde angegeben das der Verlag von Liechtenstein nach Hamburg verlagert wurde. Die neue Ausgabe erscheint daher erst am 05. Oktober. Die zukuenftigen Ausgaben sollen wie geplant erscheinen.
Ok, danke. Wusste ich nicht. Auf mykiosk.de habe ich gerade gefunden, dass TWEED offenbar künftig vierteljährlich erscheinen soll ...
 
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