Orthopädische Einlagen / Passform / Eintragen

maulbear

New Member
Hallo liebe Forumsgemeinde, ich lese schon lange mit und habe durch euch schon viele Antworten auf Fragen erhalten, die einen Neuling im Bereich der Mode so entstehen.

Auch wenn dies nicht der erste Thread zum Thema Passform ist und ich durch die Suche schon ähnliche Beiträge gefunden habe, so hat mir keiner meine Unsicherheit so richtig nehmen können.

Ich habe mir letzten Donnerstag nach langer, sehr guter Beratung in Heidelberg einen Langer und Messmer Wismar erstanden. Ich musste eine halbe Größe größer kaufen, da ich dazu noch orthopädische Einlagen trage und die anderen Leisten / Größen mir nicht wirklich passten bzw. sofort schmerzten. Nun bildete sich im Geschäft schon jeweils eine Geh/Knickfalte welche auf meine Zehen drückte und sich recht schmerzhaft zeigte. Mir wurde der Schuh nun auf Rechnung mit nach Hause gegeben, sodass ich ihn zu Hause auf dem Teppich einlaufen kann.
Das Drücken auf die Zehen ist auf den ersten Metern weiterhin vorhanden, jedoch immer schneller rückläufig.
Meine Frage ist nun folgende: Kann ich damit rechnen, dass sich das Drücken komplett zurückbildet, oder muss ich schweren Herzens den Schuh doch zurückbringen? Aktuell kann ich mir noch nicht vorstellen einen ganzen Tag auf ihm zu laufen.
Gibt es sonst Tipps?

Würde mich über Antworten freuen.

Liebe Grüße,

Oliver
 

Urban

Well-Known Member
Wenn die Beratung doch so gut war, warum fragst Du jetzt hier nach der Möglichkeit der Abhilfe Deiner Schmerzen?

Die Schuhe sind schlicht und einfach zu lang, zu groß - Du brauchst für Deine Einlagen über dem Fußrist und auch am Einschlupf
höhere Schuhe und keine längeren - das weiß man aber doch als Einlagenträger selbst, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:

maulbear

New Member
Erstmal danke für die Antwort. Nun ja, sind meine ersten Einlagen aus dem Grund bin ich da noch nicht so firm wie du vielleicht voraussetzen magst.
Aussage war halt, es kann sich entweder bessern und verschlechtern. Bis auf den Knick der immer weniger schmerzt sitzt der Schuh soweit optimal.
 

Urban

Well-Known Member
Glaub mir, dass wird nicht besser, nur die Sensoren werden irgendwann taub...
Eine stark ausgeprägte Gehfalte entsteht meist dann wenn die Schuhe zu lang sind; Du kannst das aber überprüfen:
Vor dem längsten Zeh, in der Regel dem großen, sollen maximal nach vorne hin 1,50 cm Platz sein (bei ovaler Spitze) - das entspricht ungefähr einer Daumenbreite.

Beim Tragen von Einlagen wirst Du am ehesten bei der Budapester Form/Leisten oder ähnlich hohen Schuhen/Schuhformen über dem Fußrist fündig.

Es gibt eine Grundregel beim Anprobieren von Schuhen:
Eine fehlende Weite (Höhe) oder eine zu große nicht über die Schuhgröße ausgleichen!
 

maulbear

New Member
Vielen Dank Urban, das hat mir sehr weitergeholfen. Dann gehen die morgen zurück und ich such mir andere mit deinen Tips im Hinterkopf!
 

dedolph

Well-Known Member
Hallo Oliver,
Habe auch schon einige Versuche mit Einlagen hinter mir. Ich lasse die für die Füße notwendigen Stützen direkt in den Schuh einkleben, sodass die Ferse und der Vorderfuß nicht zusätzlich erhöht sind. Meiner Meinung nach ist das fast die einzige Möglichkeit passende Schuhe mit Einlagen zu kombinieren. Liebe Grüße aus Aachen, Michael.
 

Dilbert

New Member
Hallo Leidensgenossen,
Ich hab auch schon etliches an Lehrgeld bezahlt inklusive ein falsch gekauftes Paar Loake Chukka-Boots :mad:. Früher hatte ich diese dicken Einlagen, die nur bei schuhen mit herausnehmbaren Einlagen passten. "Schicke" Schuhe haben aber keine herausnehmbare Einlagen.

Mein erster Ansatz war es Schuhe "zurichten" zu lassen. D.h. wie von dedolph die notwendigen Stützen direkt in die Schuhe einkleben zu lassen. Das hat beim ersten Schuhpaar hervorragend funktioniert. Es gibt allerdings zwei Probleme: Erstens ist die Positionierung der Stützen im Schuhe recht schwierig. Mit einer Einlage ist das Abmessen der korrekten Position für die Stützen viel einfacher. Ich habe zwei zugerichtete Schuhe und zwei Einlagen. Die Einlagen drücken immer an der gleichen (gewollten) Stelle. Bei den zugerichteten Schuhen hat es etwas Spiel bzw. Streuung bzgl. der Position.

Der zweite Nachteil ist, dass du kein "what you feel is what you get". Du kaufst dir im Laden ein paar Schuhe und merkst erst wenn es beim Schuster zugerichtet worden ist ob es so richtig passt, d.h. schmerzfrei. Ein Umtausch ist dann nicht mehr möglich.

Also bin ich dann doch wieder zu den Einlagen gekommen. Diesmal ganz dünne. Und siehe da: Auf einmal passt's direkt im Schuhladen. Auspacken, Einlage rein, Kaufentscheidung treffen. Super. Bei dünnen Schuhen mit wenig Platz vorne nehm ich gerne 3/4 Einlagen, ansonsten die langen. Und zu Thema drücken bei neuen Schuhen: Da drückt (fast) nichts. Ich dachte früher auch, dass man Schuhe einlaufen muss, da die Schmerzen an den Druckstellen weggehen. War falsch. Die "Drückschuhe" waren eine 7,5 ich hab aber 8.

Am Ende kommen Einlagen auch günstiger. Entweder jedes paar für 50 EUR zurichten oder zwei Einlagen zum Wechseln für 30 EUR Zuzahlung. Selbst ohne Kassenzuschuss würden die Einlagen gewinnen.

Dem OP rate ich, sich solche dünnen Einlagen zu besorgen. Wenn die Schuhe damit nicht passen zurück damit (falls möglich). Bloss nicht zurichten lassen, dann ist ein Umtausch oder Weiterverkauf nicht mehr möglich und wahrscheinlich passen sie dann trotzdem nicht.
 

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maulbear

New Member
Hallo zusammen,

Zurichten kommt aus den vom vorposter genannten Gründen nicht in Frage. Besitze schon diese dünnen Einlagen, habe allerdings auch eine recht ausgeprägte Fehlstellung. Habe mir jetzt das 541er Modell bei SP in Breit bestellt und hoffe auf eine vielleicht passende Passform. Allen Antwortenden noch einmal vielen Dank für das Engagement
 

maulbear

New Member
So der besagte Schuhpassion ist angekommen. Rechts passt soweit optimal, links habe ich mir nach 2 Minuten laufen direkt am hinteren Abschluss des Schuhs eine kleine Hautabschürfung zugezogen. Ansonsten sitzt auch dieser optimal.
Jetzt stellt sich die Frage. Zum Schuhmacher damit oder Schuhe zurück schicken. Ich denke durch eine minimale Dehnung oder ein kleines Polster würde sich das in den Griff bekommen lassen.
 

Dilbert

New Member
Das dehnt sich auch von alleine. Mit etwas Dehnungsspray kann man den Prozess beschleunigen. Der Vorteil zum Schuhmacher ist, dass nur der Teil gedehnt wird, der zu eng ist. Das kann in der ersten Woche durchaus fiese Blasen geben. Ich laufe die Schuhe dann auch mit "Lumpensocken" ein, da der Socken natürlich auch darunter leidet.

Sei aber kritisch mit dir selber ob der Schuhe nicht zu klein ist. Wenn es nur an dieser einen Stelle drückt und du das Gefühl hast ein Größe größer wäre viel zu groß, dann nimm den Schuh. Wenn er hinten wo und vorne wo drückt, dann ist er zu eng. Ich kann das nur im Vergleich zu anderen Größen herausfinden. Deswegen bestell ich immer zwei oder drei Größen auf einmal.
 
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