Kaufberatung Absolvent - Nr. 1000

Rikkert

Member
Also du hast vor mit Schuhen für 200 EUR und mit Armbanduhr für 3500 EUR rumzulaufen? :) Ganz ehrlich, dass ist in meinen Augen überhaupt nicht geschmackvoll und wäre aus meiner Sicht eine unkluge Verteilung deines Budgets.

Ich weiß nicht, was du aus einer teuren Uhr erwartest. Das ist ja ein Schmuckgegenstand. Genau so wir würdest du dir einen Edelstein kaufen. Ja, es ist hübsch, ja es glänzt. Aber wirklich viel bringt es dir nicht und irgendwann wird es dir langweilig sein. Wärst du in der Situation, wo das Geld überhaupt keine Rolle spielt, dann kauf dir gerne 2 Uhren. Aber wenn es nicht so ist, dann betrachte bitte bei deiner Entscheidungsfindung die folgenden 2 Aspekten:
1. In weniger als einem Jahr nach dem Kauf wirst du genauso glücklich, wie vor dem Kauf sein. Glaub mir es ist wirklich so und jeder mit Erfahrung kann dir das bestätigen. Das muss man bei dem Kauf berücksichtige. Erwarte nicht viel.
2. Mit 3500 EUR kannst du eine krasse Reise alleine machen, die dir wahrscheinlich viel mehr im Leben bringen wird.

The choice is yours.

Gut, über die Verteilung des Budgets kann man natürlich streiten.
Ich sehe das so wie @Lumpenbub .
Außerdem ist es schwierig, anhand des Preises der Schuhe den Geschmack zu definieren.
Aber ich verstehe deine Message und sicher hast du nicht unrecht ! Die letzten Monate vor Arbeitsbeginn habe ich mir eine Grundgarderobe zugelegt, die die wichtigsten Basics beinhaltet. Definitiv werden aber auch in absehbarer Zeit neue, hochwertigere Schuhe hinzukommen.

Als bisheriger Student konnte und war ich nicht gewillt knapp tausend Euro für Schuhe auszugeben.
Eine Uhr oder wie du sagst Reise als Belohnung zum Studium ist eben für die meisten mehr "sexy" als ein paar Schuhe. Leider habe ich, wie viele andere Studenten, nicht die Chance nach dem Studium erstmal längere Zeit ins Ausland zu gehen.

Und klar, von einer Reise profitiert jeder. Aber die ist aufgrund Probezeit etc. erstmal hinten angesiedelt. Und wenn es so weit ist, dann mit Sicherheit auch irgendwie finanzierbar. =)
 

Hristo

Active Member
Außerdem ist es schwierig, anhand des Preises der Schuhe den Geschmack zu definieren.
Nur um Missverständnisse zu vermeiden. Ich sage nicht, dass Schuhe für 200 EUR geschmacklos sind. Ich sage, dass die Kombination mit einer Uhr für 3500 EUR in meinen Augen geschmacklos ist.
Für einen Berufsanfänger ohne Rolex sind die 200 EUR Schuhe natürlich vollkommen angemessen und Velasca haben geschmackvolle Designs.

Für mich kann man eine Uhr für 3500 EUR mit Perfektionismus begründen.
Man ist Perfektionist mit Aufmerksamkeit für die Details und Auge für die schönen Sachen im Leben.
Man hat einen perfekten Outfit im laufe der Jahren selektiert und möchtet mit einem Accessoire (Schmuck/Uhr) als finalem Strich diesen Outfit krönen. Dann ist die Uhr in meinen Augen begründet und vollkommen ok.

Wenn man aber zeigt, dass einem die Details doch nicht so wichtig sind(einem ist ja die Qualität des Leders der Schuhe nicht so wichtig). Dann kann man nicht mehr Perfektionismus behaupten. Und wenn man nicht Perfektionist ist, dann wer/was ist man dann? Es wird einen Inkonsistenten Bild vermittelt und diese Inkonsistenz, diese Verwirrung im Auge des Betrachters ist nicht geschmackvoll.

Wir brauchen das aber nicht weiter kommentieren.
Du wirst deine Erfahrungen machen. Manchmal braucht man einfach das Spielzeug kaufen. Am Ende des Tages ist es nur Geldsache und Geld lässt sich verdienen.
 
Zuletzt bearbeitet:

bluesman528

Ruhrpotthanseat
Generell liest man ja fast nur gutes von Tudor, jedoch fehlt mir hier die Expertise. Kann jemand was zur Qualität generell von Tudor sagen? Denn preislich wären die für mich optimal !
Das hauptsächliche Argument für eine mechanische Uhr liegt nicht im Markennamen, sondern in der Werktechnik. Wenn man sich da nicht auskennt und die Unterschiede nicht zu einschätzen weiß, ist eine solche Uhr nur eine Art hübsches Preisschild für's Handgelenk. Das kann man wollen (ich denke, die allermeisten mechanischen Uhren werden mehr oder weniger mit diesem Hintergrund erworben, entsprechende Leidenschaft kann sich ja auch noch im Nachgang entwickeln, von daher völlig in Ordnung), aber dann kann man irgendwas kaufen, was irgendwie gutes Geld kostet und gestalterisch gefällt. Dafür braucht man keine Beratung, weil man die Kriterien des Rats nicht versteht.

Werktechnisch bietet eine Tudor äußerlich hübsch verpackte, magere Standardware. Für JLC, Rolex, Omega, Nomos, Zenith, IWC gibt es bei vielen Modellen gute Gründe auch auf einer technischen und einer handwerklichen Ebene der äußeren Gestaltung (Machart von Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger). Bei einer Tudor ist der Verkaufsgrund vor allem, dass sie mit viel gutem Willen fast eine Rolex ist, mit etwas modischerem Design, aber eben ohne alle werktechnischen Vorzüge derselben. ;)

Übrigens altern gut gepflegte und gewartete Uhren äußerst langsam, sie sind dann gut für viele Jahrzehnte. Will heißen, jung gebrauchte Uhren sind i.A. die besten Deals, wenn man auf das Glas billigen Prosecco beim Juwelier verzichten kann. Auf Uhrenlebenszeit verzichtet man damit nicht.

Bekenntnis: Beim Schreiben dieser Zeilen trage ich eine neuwertige Zenith Sporto Bj. 1960, die mich frisch revidiert mit Nachweis des ausführenden Uhrmachers vor acht Jahren gut 500,- gekostet hat. Ob eine Selbstbelohnung so billig sein darf, weiß ich natürlich nicht, aber das ist am Ende auch mehr ein psychologischer Effekt, mit dem ein ganzer Industriezweig viel Geld verdient.

Zur Illustration:
DSCN5494candidate.jpg
zenithsportoschwarz40tceq4.jpg
 

Roger O. Thornhill

Well-Known Member
@bluesman528

Danke für Deinen sehr lesenswerten Beitrag. Aus diesem Grund hatte ich Sinn empfohlen, die durch den Direktvertrieb ebenfalls Uhren mit einem ausgezeichneten PLV abgeben.

Aber vielleicht benötigt der Threadsteller ja auch noch ein wenig Orientierung. Ich empfehle an dieser Stelle immer gerne den YouTube-Channel von “The Urban Gentry”. Neben vielen Einzelreviews bietet der Host TGV auch reichlich Beratung für Einsteiger in allen Preisklassen.

Gruß
R.O.T.


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lst08

Well-Known Member
Als Daily Rocker werfe ich mal noch eine Grand Seiko in den Raum. Technisch ist für den Preis mMn kaum mehr drin und sie würde super zum angesprochenen Kleidungsstil passen. Kann ich mir sehr gut an einem Maschinenbauer vorstellen.
Für jemanden, der sich mit Uhren auskennt fällt sie auf, für alle anderen ist es "ah, ok, eine seiko halt."

Natürlich nicht die Imagefunktion einer Rolex oder JLC, zur Werterhaltung kann ich auch nichts sagen. Aber wenn du sie behalten wollen würdest understatement pur und Uhrtechnisch sehr viel fürs Geld.
 
Ich musste - ähnlich wie Brad Majors - unmittelbar an Tudor denken. Die Tudor Black Bay 36 würde mMn absolut ins Raster passen; jedenfalls wenn man sich mit den Snowflakes und der Krone anfreunden kann. Alternativ könntest du sehen, ob sich eine Tudor Prince Oyster Date(-Day) bekommen lässt. Beide Uhren wären sicherlich preiswerter und könnten es ggf. zulassen, in überschaubarer Zeit eine der anderen Uhren zusätzlich anzuschaffen.
 

Rikkert

Member
Das hauptsächliche Argument für eine mechanische Uhr liegt nicht im Markennamen, sondern in der Werktechnik. Wenn man sich da nicht auskennt und die Unterschiede nicht zu einschätzen weiß, ist eine solche Uhr nur eine Art hübsches Preisschild für's Handgelenk. Das kann man wollen (ich denke, die allermeisten mechanischen Uhren werden mehr oder weniger mit diesem Hintergrund erworben, entsprechende Leidenschaft kann sich ja auch noch im Nachgang entwickeln, von daher völlig in Ordnung), aber dann kann man irgendwas kaufen, was irgendwie gutes Geld kostet und gestalterisch gefällt. Dafür braucht man keine Beratung, weil man die Kriterien des Rats nicht versteht.

Werktechnisch bietet eine Tudor äußerlich hübsch verpackte, magere Standardware. Für JLC, Rolex, Omega, Nomos, Zenith, IWC gibt es bei vielen Modellen gute Gründe auch auf einer technischen und einer handwerklichen Ebene der äußeren Gestaltung (Machart von Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger). Bei einer Tudor ist der Verkaufsgrund vor allem, dass sie mit viel gutem Willen fast eine Rolex ist, mit etwas modischerem Design, aber eben ohne alle werktechnischen Vorzüge derselben. ;)

Übrigens altern gut gepflegte und gewartete Uhren äußerst langsam, sie sind dann gut für viele Jahrzehnte. Will heißen, jung gebrauchte Uhren sind i.A. die besten Deals, wenn man auf das Glas billigen Prosecco beim Juwelier verzichten kann. Auf Uhrenlebenszeit verzichtet man damit nicht.

Bekenntnis: Beim Schreiben dieser Zeilen trage ich eine neuwertige Zenith Sporto Bj. 1960, die mich frisch revidiert mit Nachweis des ausführenden Uhrmachers vor acht Jahren gut 500,- gekostet hat. Ob eine Selbstbelohnung so billig sein darf, weiß ich natürlich nicht, aber das ist am Ende auch mehr ein psychologischer Effekt, mit dem ein ganzer Industriezweig viel Geld verdient.

Zur Illustration:
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Anhang anzeigen 171725


Auch von mir vielen Dank für deine Details.
Gerade der Aspekt mit dem Kauf einer gebrauchten spielt für mich eine Rolle.
Ich werde mir die kommenden Tage nochmals Modelle in Live ansehen, vor allem auch Tudor.
Und dann werde ich mich nach guten gebrauchten umsehen.
Worauf beim Kauf einer gebrauchten achten, außer auf Box, Papiere und Revision?
Kann man beispielsweise auch "Problemlos" eine Datejust aus älterem Jahrgang kaufen, oder ist hier ohne Revision eher abzuraten?
 

Rikkert

Member
Ich musste - ähnlich wie Brad Majors - unmittelbar an Tudor denken. Die Tudor Black Bay 36 würde mMn absolut ins Raster passen; jedenfalls wenn man sich mit den Snowflakes und der Krone anfreunden kann. Alternativ könntest du sehen, ob sich eine Tudor Prince Oyster Date(-Day) bekommen lässt. Beide Uhren wären sicherlich preiswerter und könnten es ggf. zulassen, in überschaubarer Zeit eine der anderen Uhren zusätzlich anzuschaffen.

Tudor werde ich mir die kommenden Tage live ansehen und dann berichten ! Danke für den Tipp =)
 

Brad_Majors

Well-Known Member
Worauf beim Kauf einer gebrauchten achten, außer auf Box, Papiere und Revision?

Ich weiß, dass es da auch andere Meinungen gibt, aber ich würde fehlende Box und/oder Papiere nicht zu einem Ausschlussgrund machen. Zum einen fallen so viele Vintage-Modelle von vornherein raus, zum anderen erscheint mir beides auch eher eine trügerische Sicherheit zu vermitteln: Wer tatsächlich Fälschungen verkaufen möchte, der wird auch einen dazu passenden Karton und Kärtchen auftreiben können.

IMO: Am Ende muss man beim Kauf einfach ein „gutes Gefühl“ haben; gerade als Einsteiger ist es -abgesehen von sehr deutlichen Fällen- schwer abzuschätzen, ob alles original und fachgerecht behandelt worden ist. In der Regel bieten die Uhren-Marktplätze aber die Möglichkeit, sich einen Händler mit gutem Renommee und guten Konditionen (Rückgabe etc.) herauszusuchen.
 

eyecon

Well-Known Member
Kann man beispielsweise auch "Problemlos" eine Datejust aus älterem Jahrgang kaufen, oder ist hier ohne Revision eher abzuraten?

Mir hat mal ein Uhrmacher gesagt:
Eine Vintage-Uhr kaufen ist ähnlich wie einen alten Oldtimer zu erwerben.
Man sollte nicht nur über die Mittel verfügen sich die Uhr/ Fahrzeug anzuschaffen, sondern auch über entsprechende Reserven um beides in Schuss zu halten.

Mit einem Oldtimer sollte man fahren, auf einer Vintage-Uhr mit schönem Werk sollte man exakt die Zeit ablesen können.

Da werden im Laufe der Jahre immer mal wieder größere oder kleinere Eingriffe fällig.

Schön zu sehen ist doch dann aber, wie 50 Jahre (oder ältere) Technik noch problemlos ihren Dienst versieht.
Wenn unsere "neumodischen" technischen Gerätschaften wie Computer und Mobiltelefon eine ähnliche Halbwertzeit hätten könnte wahrscheinlich der eine oder andere Anbieter seine Pforten schliessen.:p
 
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