Grüße aus dem Ruhrgebiet

Cosmas

Active Member
Guten Abend,

ich habe mich vor einiger Zeit hier im Forum angemeldet und auch bereits einige Beiträge erstellt, mich aber bisher noch nicht vorgestellt.

Ich bin von Hause aus Medizintechnikingenieur, habe dann aber nach dem Studium nebenberuflich noch begonnen Medizin zu studieren (Daher auch Cosmas, einer der Stadtpatrone von Essen und der Legende nach Arzt). Momentan teile ich meine Zeit zwischen Forschung und Klinik auf. Beruflich gibt es somit selten die Gelegenheit, klassische Kleidung zu tragen und im Alltag bin ich auch meist informell in Jeans und Turnschuhen unterwegs, streue aber gerne auch mal ein Hemd, eine Stoffhose oder "vernünftige" Schuhe ein. In allem anderen würde ich mir aber privat mit 30 Jahren ziemlich verkleidet vorkommen. Ich freue mich aber immer auf Kongressen, Feierlichkeiten oder bei Theaterbesuchen Anzug zu tragen. Ich schätze die Möglichkeit hier im Forum mehr über Hintergründe, Passformen und Kombinationen zu lernen. Gerade gute Rückmeldungen sind sonst schwer zu bekommen, wenn ich an meinen ersten viel zu engen Anzug denke, für den es trotzdem nur Komplimente gab... Insgesamt möchte ich nach und nach einen eigenen Stil entwickeln, ohne den Anspruch zu haben, von heute auf morgen (und mit begrenzten zeitlichen Kapazitäten) immer perfekt gekleidet zu sein. Gerade beruflich geht es mir eher darum, angemessen und dezent gekleidet zu sein, ohne das sich nachher alle mehr an die Farbe meines Einstecktuches als den Gesprächsinhalt erinnern. Um Carson, den Butler aus Downton Abbey zu zitieren, "nichts sensationelles, aber nichts, wofür man sich schämen müsste".

Abgesehen von Kleidung gehört für mich aber vor allem zu gutem Stil sich mit allem, was man tut zu beschäftigen (ob nun über gute Bücher, Gespräche oder Internetforen), auf seinen Körper zu achten (Laufen, Klettern oder Radfahren, lieber Gemüse vom örtlichen Bauern als Billigfleisch vom Discounter) und daran zu denken, welche Privilegien man selber hat. Nichts ist peinlicher als jemand der meint ein wichtigerer Mensch als die Obdachlosen am Bahnhof zu sein, nur weil seine Schuhe mehr gekostet haben als deren gesamte Habe. Und ganz profan liebe ich trockenen Rotwein und guten (=starken schwarzen) Kaffee.
 

Cosmas

Active Member
Das ist vor allem Kopfsache. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man in Essen völlig problemlos Anzüge, Kombinationen, Krawatten und Einstecktücher tragen kann. Man bekommt gelegentlich sogar Komplimente dafür. ;)
Sicher, wenn ich in die Philharmonie gehe tue ich das ja auch :)
Interessant. Humanmedizin? An einer Privatuni? Ich stelle mir das aufgrund der Praxisnähe des Studiums und des enormen Zeitaufwands sehr anspruchsvoll oder sehr langwierig vor ;)
Ja, Humanmedizin, aber an einer staatlichen Universität. Man bewirbt sich mit einem wissenschaftlichen Expose. In Deutschland recht selten, in Amerika gibt es sowas als MD-PhD Programm deutlich häufiger. Sicherlich muss man bereit sein, manchmal eine Nachtschicht einzuschieben und ich hatte immer den Vorteil, dass Forschungsprojekte langfristig sind, ich meine Arbeit frei einteilen kann und Biomedizintechnik und Medizin natürlich große Überschneidungen haben. Und nach ein paar Semestern überwiegen dann die Synergieeffekte.
 

As Time Goes By

Well-Known Member
Erst einmal ein „Glückauf!“ von einem zur Zeit expatriierten Essener. Beispiele für Kombinationen, die dem von Carson formulierten Prinzip entsprechen, gibt es im „Was trage ich heute.“-Faden in Hülle und Fülle. Einfach inspirieren lassen und loslegen. Die Umgebung gewöhnt sich daran.
 
Oben