Erfahrungen mit Messerbrief.de

eyecon

Well-Known Member
Ich schleife meine Messer mittlerweile schon lange selber. Für die Standardküchenschärfe reicht mir ein normaler Schleifstein mit zwei Seiten. Wenn man es regelmäßig macht, dann reicht es die Klingen ab und an mal auf der feinen Seite abzuziehen. Ansonsten kurz über den Wetzstahl.

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El-Rey

Well-Known Member
Anhang anzeigen 228143Selten klicke ich auf mir eingeblendete Werbung bei Instagram, im Oktober letzten Jahres war es aber mal so weit. Die Webseite Messerbrief.de schlug mir vor meine Messer über seinen Online-Service schleifen zu lassen. Da ich noch eine passende Leiche in der Schublade hatte, die dort bereits zu lange lag und gerne wiederbelebt werden sollte, nahm ich das Angebot an.

Der Ablauf:
  • über die Messerbrief.de Webseite übermittelte ich meine Kontaktdaten und wieviele Messer ich schärfen/schleifen lassen möchte
  • Messerbrief.de sendete mir ein großes Kuvert, mit einer zu meinem Kochmesser passenden Schutzhülle, zu
  • das Kuvert mit meinem Messer habe ich zügig zurück auf den Weg zu Messerbrief gebracht
  • dort verweilte mein Messer ein paar Tage während derer es geschliffen wurde
  • schlussendlich kam das Messer im gleichen Kuvert wieder zu mir zurück - für mich als Laie "scharf wie Sau". Im ungeschliffenen Zustand hatte das Messer einige Ausschläge in der Klinge, davon war keine einzige mehr zu sehen.
Mittlerweile wurde das Messer wieder häufiger genutzt, bisher ohne es nachzuschleifen. Ich denke da würde sich nun eine "Heimlösung" mit einem Wetzstahl anbieten - habe ich mich aber noch nicht mit beschäftigt. Ich bin auch kein Power-User meines Kochmessers.

Gekostet hat der Spaß: 17,00 € für das Schleifen eines Stahlmesser plus 12,50 € für Portokosten, also in Summer 29,50 €, die ich im Nachgang überwiesen habe, die Rechnung erhielt ich per Email. Ich fand den Ablauf erfreulich professionell und klar. Bei dem Hin- und Herschicken muss man über den Umweltaspekt schon noch mal nachdenken. Viel schlanker ließe sich das Angebot aber kaum als Online-Service aufziehen.

Pluspunkte für die sehr gelungene Umsetzung der Idee und das Design des Service. Ein "Neutral" für den Umweltaspekt, um das bewerten/vergleichen zu können, müsste ich hier in meiner Gegend erst mal schauen wer meine Messer schleifen könnte. In den letzten Jahren sind hier einige Fachgeschäfte verschwunden, die das möglicherweise noch angeboten hätten. Wenn ich dafür nach Aachen fahren müsste, wäre das für mich nicht attraktiv (Corona gerade mal ganz außen vor gelassen).

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Messerbrief.de oder ähnlichen Service-Anbietern? Nutzt ihr Messerbrief ggf. sogar regelmäßig?

P.S: Die Abomodelle fand ich für mich nicht reizvoll - auch wenn es für mein Messer sicher eine Wohltat wäre, sich jährlich und damit regelmäßig in den Service zu begeben :)

Schon die Portokosten finde ich sehr teuer, mehr als ich zuletzt für den Schliff eines 20 cm Kochmessers in Hamburg bezahlt habe.
 

chh

Well-Known Member
Was das Thema Wetzstahl angeht: Man sollte den grundlegenen Unterschied zwischen Messer schleifen (Material abtragen um eine neue scharfe Schneide zu produzieren) und wetzen (Wiederaufrichten einer umgebogenen Schneide) verstehen, um zu wissen, wann der Wetzstahl was bringt und wann geschliffen werden muss. http://messer-machen.de/schaerfmittel/wetzstaehle/wetzstaehle.html

Ich würde nur einen Stahlwetzstahl benutzen, die abrasiven Wetzstäbe aus Kermik oder mit Diamantbeschichtung sind auch ein Problem. Manchmal muss es eben ein gescheiter Schliff sein.
Ich hab' einen Global Wetzstahl mit Diamantbeschichtung und kommen damit sehr gut zurecht.
Man muss nur damit umgehen können.

Dazu ein normaler Stahl-Wetzstahl.
Und wenn's nötig ist in meinem Elternhaus eine ordendliche Nassschleifmaschine.
 

Andreas Gerads

Stilmagazin-Inhaber
Schon die Portokosten finde ich sehr teuer, mehr als ich zuletzt für den Schliff eines 20 cm Kochmessers in Hamburg bezahlt habe.
Für 3 Wege per DHL ist es natürlich nicht zu teuer, aber man muss ich natürlich fragen: will ich / muss ich das so machen. Für mich als jemand, der nicht gewusst hätte wohin, war das einmalig ok. Ob ich den Service öfter nutzen werde, das weiß ich nicht (bezweifle ich)
 

ha er

Well-Known Member
aus ganz frühen kindertagen erinnere ich noch, daß der scherenschleifer ins haus kam. da wurde dann von der axt bis zum brieföffner alles auf den küchentisch gepackt und der meister ging mit dem naßschleifstein am ausgußbecken ans werk. - aber das gibts vermutlich auch auf dem platten land schon längst nicht mehr.
 
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SteveatMC

Active Member
Ein Scheren- und Messerschleifer verirrte sich hin und wieder mal auf unseren (ehemaligen, weil Umzug) Wochenmarkt. Wenn ich ihn in unregelmäßigen Abständen sah, dachte ich immer "da war doch was, was du wieder mal zu Hause vergessen hast..."

Die Preise waren recht human, die Leistung konnte ich aber aus besagten Gründen nie beurteilen.

Da Wochenmärkte aufgrund von Corona deutlich mehr frequentiert werden, gibt es dort vielleicht auch wieder mehr Dienstleister wie Schleifer.
 
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