Anschaffungen fürs Leben

ingirum

Well-Known Member
Kleidung kaufe ich hochwertig und hoffe auf lange Haltbarkeit, trotzdem verschleißt sie eben. Fürs Leben ist sie nicht gekauft.
Meine Immobilien sind Anschaffungen für längere Dauer, trotzdem will ich nicht ausschließen, mich irgendwann mit Gewinn zu trennen. Aus dem ersten Haus fürs Leben bin ich ja schon ausgezogen.
Tatsächlich fürs Leben angeschafft sind höchstens die Kunstwerke/Bilder. Mich davon wieder zu trennen, kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Höchstens ich gebe sie irgendwann an meinen Sohn weiter. Auch meine Konzertgitarre wird mich wohl begleiten, solange die Finger das mitmachen. Ich träume noch immer von der Anschaffung eines Flügels. Der wäre auch fürs Leben. Aber mir fehlen Geld und Platz.
 

Newton

Well-Known Member
Eine interessante Fragestellung: Anschaffungen fürs Leben. Ich frage mich, wie icdas verstehen will.

Einerseits Dinge, die mich ein Leben lang begleiten. Da stellt sich natürlich die Frage nach dem Standpunkt im irdischen Verweilprozess. Schaffe ich heute etwas an, dass mich statistisch noch einige Jahrzehnte begleiten wird oder sind das eher Gegenstände, die ich bereits vir langer Zeit erworben habe und mich nun noch entsprechend viele weitere Jahre begleiten sollen?
Da fallen mir in der Tat nicht viele ein. Ich würde hier meine Frau und meine Kinder nennen wollen. Durchaus hochpreisige jedoch in jedem Fall lohnende Anschaffungen ;)

Alles andere ist vergänglich bzw. zeitlich begrenzt und das ist auch gut so. Meinen Ehering könnte ich noch ergänzen.

Eine andere Interpretation von Anschaffungen fürs Leben wäre „Anschaffungen fürs schöne Leben“.
Da fallen mir als Genussmensch natürlich jede Menge Dinge ein. Die müssen dann auch keine lange Verweildauer haben, wie zum Beispiel ein guter Wein oder ein gutes Essen, an die ich mich gerne erinnere.
 

Denny

Member
Hi Leute,

nur vom wieder zurückkehrend zum profan Materiellem (und nicht Idiellem, wie von meinem Vorredner natürlich berechtigt bemerkt) Qualitätsanspruch her bin ich mit Rösle-Küchenhelferutensilien wie Sparschäler, Dosenöffner oder Knoblauchpresse ganz zufrieden. Auch der Gourmethobler überzeugt, wenn man Trüffel hobeln möchte.

Daneben ist der Monopol Korkenzieher ebenfalls ein brauchbares Utility, was mich persönlich überzeugt.

Just my 2c

Denny
 

Royce

Well-Known Member
Hallo Miteinander,

gerne möchte ich mich anschließen, ein Denkens wertes Thema.

Ich denke, dass es in der Natur des Menschen liegt sich stetig weiter zu entwickeln, neue Interessen zu entdecken und sich selbst zu verwirklichen. Da scheint der Fakt einer entgültigen Anschaffung weniger strebsam, insbesondere bei einem Geschmackswechsel aller sieben Jahre.

Wie beruhigend ist dann der Gedanke von dem einen Kauf, lebenslang. Festgemeißelt durch die Tatsache des persönlichen Geschmacks, der Qualität und des Nutzens. Ich finde dies unheimlich befriedigend, in einem anderen Thread schrieb ich vom "angekommen sein".

Das zu erreichen bzw. umzusetzen ist freilich schwierig, nicht zuletzt in Abhängigkeit von Kontostand und Ego.
Und ja, es ist sicher auch naiv und blauäugig dies gerade von Gütern zu sagen, die seltenst dafür geeignet sind.

Nachvollziehbar sind hier, wie bereits erwähnt, Möbel, das eigene Haus und augenzwinkernd auch die Frau & Kinder. Ebenso oben sind Gartengeräte und Werkzeug.
Schwieriger wird es wohl mit Kleidung, einer Armbanduhr oder audiophilen Dingen.

...
Was sind eure Anschaffungen fürs Leben, die ihr (hoffentlich) nie bereuen werdet
, die vllt manchmal auch unvernünftig waren oder von denen ihr einfach nur träumt?
...

Einige haben eventuell von meinem bzw. unserem Auto hier gelesen. Nun ja, wir gehen tatsächlich davon aus, dass unser Landrover unser letztes Auto sein wird...

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Gleiches gilt hoffentlich für unser Zuhause. Da es schon da war, wenn auch in anderer Farbe, bezeichne ich auch dies als Kauf.

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Das für mich aber entscheidende ist, sich immer treu zu bleiben! Deshalb mein letztes Bild auch in Vollversion, trotz finanziell überschaubaren Aufwand. Denn die Chuck's und das Mac Gyver Messer sind wohl meine epischsten Käufe.

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Und ja, natürlich ist es ebenso wichtig Träume zu haben und an ihnen fest zu halten - seien sie auch noch so fern:

-BRAUN "atelier" Anlage
-EB110
-Glashütte "ewiger Kalender"
-niemals endender Monte-Pudding
 

ha er

Well-Known Member
letztes jahr habe ich ein biedermaier-ensemble, sekretär, kommode und schrank, aufarbeiten lassen. die möbel sind von den ur-urgroßeltern 1840 angeschafft worden und haben die zeit überstanden, wenn auch zum schluß sehr ramponiert.
da biedermeier derzeit nicht gefragt ist, hat die restaurierung mehr gekostet, als die stücke heute als preis erzielen würden.
trotzdem ein schöner gedanke, daß sie jetzt fit für die nächste generation sind..
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Roger O. Thornhill

Well-Known Member
letztes jahr habe ich ein biedermaier-ensemble, sekretär, kommode und schrank, aufarbeiten lassen. die möbel sind von den ur-urgroßeltern 1840 angeschafft worden und haben die zeit überstanden, wenn auch zum schluß sehr ramponiert.
da biedermeier derzeit nicht gefragt ist, hat die restaurierung mehr gekostet, als die stücke heute als preis erzielen würden.
trotzdem ein schöner gedanke, daß sie jetzt fit für die nächste generation sind..
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Wunderschöne Restauration, die hoffentlich noch die nächste Generation erfreuen wird, und äußerst lobenswert. Mir klappt immer das Messer in der Tasche auf, wenn ich bei „Bares für Rares“ Leute sehe, die Erbstücke, die sich zum Teil seit mehreren Generationen in Familienbesitz befinden, für einen Urlaub oder ein Abendessen verhökern.

Und ja, einen mehr als ideellen Return on Invest kann man bei Antiquitäten derzeit nicht erwarten. Ich habe die weiter oben gezeigten Möbel für mein Lesezimmer zum Teil sehr günstig erworben, aber ebenfalls signifikante Summen in die fachgerechte Restauration investiert, die beim Verkauf nie zurückzuerhalten wären.

Andererseits werden andere in der Zeit, die mir mit den Möbeln hoffentlich noch gegeben ist, wahrscheinlich noch dreimal neuen Schrott aus dem schwedischen Möbelhaus und dessen Nachahmern kaufen.

Beste Grüße
R.O.T.
 

ha er

Well-Known Member
da ist viel wahres dran! auch wenn ich ikea als missionar (meist) guten designs für die breite masse etwas in schutz nehmen möchte. der gelsenkirchener barock unserer großeltern war viel bedrückender...
mich beschäftigt oft die frage, warum einige dinge gut altern und erst mit patina richtig schön werden, andere dinge aber so angelegt sind, daß eine kleine macke die ganze sache entwertet.
schuhe sind meist nach zehn jahren besser als beim kauf. die chesterfield-garnitur muß "nobel abgewetzt" sein, so wie die barbourjacke. aber wenn die hose an den knieen anfängt zu glänzen oder in der reinweißen möbeloberfläche ein einschlag ist, möchte man es gleich austauschen.
eine spur ist sicherlich das material, holz, leder, messing patinieren gut, kunstharzputz, schleiflack, stoffe verlieren mit imperfektion.
 

ha er

Well-Known Member
einige dinge unterliegen auch zyklischen wellen der wertschätzung, so hat das biedermeier nach seiner ursprungsphase 1815-1848 revivals erlebt: um 1900, 1920, und in den achtzigern. die extrabreiten hosen mit zwei bundfalten und umschlägen aus den dreissigern waren dann in den achtzigern als teil des "power suit" auf einmal wieder da - und zum teil tragen das auch heute wieder einige. die mid-century-moderne (eames-chairs, arne-jacobsen-design) war tot und wird heute stark gesucht.
nehmen wir die gestaltung an sich wahr, oder wählen wir eine epoche als vorbild, in der wir uns möglichst komplett kostümieren wollen? was schafft den klassiker?
 
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