Alden Restoration Service?

Urban

Well-Known Member
Diese Fotos hatten mich auch stutzig gemacht, aber man sieht deutlich am Schaft,
dass dieser beim rechten Schuh deutlich mehr Reserve aufweist, und dass auch der linke Schuh von Hand gedoppelt wurde während die Fotos davor zeigen, dass er mit der Maschine genäht wurde.
Also Fotoirrläufer...
 

bertone

Well-Known Member
...und da wir gerade beim Rahmen sind:

auf diesen beiden Zerlegungs-Bildern erkennt man gut den untersten Schaft/‚Schaftende‘ bzw. dessen Einstechnaht-Löcher anhand der hellen und kräftigen Fadenreste.

Darüber sieht man deutlich punktförmige Strukturen, die auch etwas wie feine Löcher erscheinen, nach oben hin begrenzt werden diese durch eine Art Linie, die sich farblich abhebt und den vorherigen Übergang/Raum von Schaft zu Storm/Reverse Welt kennzeichnet
(weil ja dieser Teil des Schaftes bisher durch den Rahmenanteil verdeckt war).

https://stilmagazin.de/forum/attachments/1dcd8de7-e313-49ce-8bd4-60f9d00c2bb4-jpg.227007/
https://stilmagazin.de/forum/attachments/7688b09d-40e8-4d18-8e6c-a63832214853-jpg.227008/

Meine These:
hierbei, den punktförmigen Strukturen, handelt es sich um im Leder verursachte Einprägungen, die möglicherweise von der ‚pre-stitched Ziernaht‘ resp. deren Rückseite/Knoten zwischen Schaft und Rahmen verursacht wurden -
oder eben sonstige deutlich sichtbare verbliebene Eindrücke/Spuren des Herstellungsprozesses.

Und jetzt das Besondere:
Diese Spuren wurden von Urban auf einem Foto farblich markiert und als Nadelspuren „der Nähnadel als Kette“ bezeichnet.

Meiner Ansicht nach handelt es sich aber um diese bereits vorhandenen und oben beschriebenen Spuren, die nunmehr durch das Anbringen eines Winkelrahmens sichtbar werden bzw. nicht mehr verdeckt sind:

Die Einstechnaht erfolgt direkt sichtbar durch den Rahmen, folglich sitzt das Rahmenende tendenziell tiefer und näher am Boden und dessen vorgegebenen Einstechbereich.

Es wurde der Abstand von vormaliger ,Dekonaht’ zum oberen Rahmenende für die jetzige Einstechnaht beibehalten -
üblicherweise liegt die Goodyear Welted-Naht tiefer und führt durch einen so nicht sichtbaren Bereich des Rahmens, der wesentlich kräftiger als die sichtbaren Anteile sein kann und im Querschnitt eher einer T-Form ähnelt oder ‚wie mit einem dicken Wulst versehen‘ erscheint.

Vielleicht wäre mit geeigneterer Dimensionierung oder entsprechendem Ausschärfen dieser Makel (sichtbare Spuren, Abstand von Schaft zu Winkelrahmen) vermieden worden ?

tl, dr:
These: lochartige Kerben im Fersen-Schaftbereich bestanden bereits vorher, sind jetzt sichtbar, wären vermeidbar gewesen... ;)
 

Fabian_R

Active Member
Das flächige Gewebe habe ich schon mal bei Steve (Bedo‘s Leatherworks) gesehen. Wie auch hier, wurde es anscheinend dazu verwendet, das alte Gemband zu verstärken. Das Gewebe wird auf Brandsohle und den Rändern des Bandes geklebt. Somit löst sich der Rahmen nicht von der Brandsohle, sollte das alte Gemband nicht mehr halten.

Man könnte auch ein neues Gemband kleben. Nur hat man dann das Problem, dass nicht 100%ig sichergestellt werden kann, dass es auf den Millimeter dort landet, wo sich das alte Band befand.
 
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