Taschentücher, nicht Taschenpapier

Wenn es um die Wahl des richtigen Taschentuches geht, teilt sich die Männerwelt in zwei Lager, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Während die eine Fraktion das scheinbar hygienischere Papiertaschentuch bevorzugt, schwört die andere auf das gute alte Stofftaschentuch.

Es stimmt schon: Papiertaschentücher haben unbestreitbare Vorteile. So sind sie beispielsweise sofort entsorgbar und immer frisch. Die Kehrseite dieses Produkts unserer modernen Hygienevorstellung permamenter Sterilität äußert sich dann allerdings in endlosen Müllbergen, geringer Reißfestigkeit und einer – das muss selbst der eingefleischteste Papiertaschentuch-Benutzer zugeben – deutlich uneleganten Ausgestaltung der Englischen Regel „have a hanky always handy“. Wer möchte einer Dame schon ein Papiertaschentuch überreichen, wenn sie beipsielsweise den Tränen nahe ist?

Ein Stofftachentuch mag auf den ersten Blick unhygieneisch wirken. Bei genauerer Überlegung ist aber wohl die meiste Leibwäsche auch nicht wesentlich hygienischer. Da es zudem nahezu endlos gewaschen und wiederverwendet werden kann, hilft das Papiertaschentuch effektiv dabei, Müll zu sparen. Nicht zuletzt kann ein frisches, sauber gebügeltes Taschentuch notfalls auch brauchbar Dienst als Einstecktuch verrichten, sollte ein entsprechendes Tuch einmal nicht zu Hand sein.

Gute Taschentücher – beispielsweise von Pelo, Lehner of Switzerland oder Simonnot Godard – bestehen aus reiner Baumwolle oder Leinen. Die Vorteile beider Fasern verbindet sogenanntes Halbleinen, ein Gewebe, das zur Hälfte aus Leinen (in der Regel in den Kettfäden) und zur Hälfte aus Baumwolle (im Schuss) besteht. Ein handrollierter Saum kann, muss aber nicht sein. Gute Pflege vorausgesetzt, hält ein solches Tuch viele Jahre.

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Florian S. Küblbeck

Florian S. Küblbeck ist freier Journalist und schreibt vor allem über Mode, Stil und Genuss. Mit seinem Erstwerk "Was Mann trägt: Gut angezogen in zwölf Schritten" gab er 2013 sein Debüt als Buchautor.