Hemden im Vergleich: Van Laack

In der Serie „Hemden im Vergleich“ möchte ich Ihnen nach dem Kiton Hemd heute ein Van Laack Hemd genauer vorstellen und Qualitätsmerkmale aufdecken. Bei dem Kiton Hemd zeigte sich die handwerkliche Verarbeitung sowie die Liebe zum Detail. Wie sieht das bei Van Laack aus? Hier meine Beobachtungen:

Das betrachte Herrenhemd liegt in der Größe 44 mit extra langem Arm (68cm) vor und verfügt über eine Tab Kragen, sowie Umschlagmanschetten (für Manschettenknöpfe). Für die nachfolgende Betrachtung spielen diese Details keine weitere Rolle, ich wollte sie jedoch der Vollständigkeit halber erwähnen. Van Laack ist eine der Standardmarken, die von deutschen Herrenausstattern geführt wird.

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Beginnen wir mit dem Stoff, dieser zeigt sich bei diesem neuen Hemd sehr weich und anschmiegsam. Es handelt sich um reine Baumwolle die bis zu einer Temperatur von 60 Grad waschbar ist. Für Van Laack typisch die Permuttknöpfe mit 3, statt wie üblich 4 Fadenlöchern. Die dazugehörigen Knopflöcher sind fein und sauber verarbeitet und wirken sehr robust, ebenso wie die Befestigungen der Knöpfe.

Die Kragenpartie ist solide verarbeitet, es besteht die Möglichkeit eigene Kragenstäbchen zu verwenden, dazu befinden sich entsprechende Taschen im Kragen. Anders als bei Kiton befinden sich keine abgesetzten Stellen am Kragen, auch in der Schulterpartie findet man Unterschiede. Zeigte sich beim Kiton Hemd an dieser Stelle deutlich die Handarbeit, so ist die Schulter bei Van Laack sehr glatt verarbeitet, was keinen Rückschluss auf Handarbeit zulässt.

Die Brusttasche ist ebenso wie bei Kiton auf Linie vernäht, was bedeutet, dass das Stoffmuster nahtlos ineinander übergeht. Ein Zeichen für Qualität und überlegtes Design. An einem nicht nahtlos ineinander übergehenden Muster trennt sich nach herrschender Meinung die Spreu vom Weizen. Was mich wundert ist, dass Van Laack die Seitennaht am Schluss nicht mit einem zusätzlichen Stück Stoff verstärkt. Allerdings ist der Winkel den es zu stützen gilt weniger spitz als z.B. bei Kiton, sodass die Gefahr eines Schadens grundsätzlich geringer ist, da die Zugkräfte anders verteilt werden.

Im Bereich des Ärmels und der Manschette fällt auf, dass der höher sitzende kleine Knopf mit einer Schlaufe nach innen verschlossen wird, so dass er nach außen nicht sichtbar ist (siehe Foto). Die französische Manschette ist solide verarbeitet und ist weit genug um auch eine Uhr mit etwas mehr Volumen bequem darunter tragen zu können.

Fazit: Van Laack Hemden sind zu Recht Standardware bei Herrenausstattern, sind die Hemden doch solide und ohne Schnörkel verarbeitet. Die Preis für ein solches Herrenhemd liegt in der Regel zwischen 120-130 €, ja nach Stoff und Verarbeitung (Handmade-Linie) auch höher. Als Businesshemd und für den alltäglichen Gebrauch macht Van Laack eine sehr gute Figur, wer handwerkliche Verarbeitung bevorzugt, der dürfte mit italienischen Herstellern besser aufgehoben sein.

Kategorie: Hemden

Andreas Gerads

Andreas Gerads ist Gründer und Inhaber von Stilmagazin.de. Er schreibt seit 2008 regelmäßig über Stil, Kleidung und Genuss. Sein erste Inspirationsquelle ist das Buch "Dressing the Man" von Alan Flusser.