Hemden im Vergleich: Luigi Borrelli Napoli

Wie im vorangehenden Beitrag angekündigt, widme ich mich heute einem Hemd des Herstellers Luigi Borrelli aus Napoli/Neapel, Italien. Frisch von Shopthefinest.com geliefert habe ich es gleich ein paar kritischen Blicken unterzogen und ein paar interessante Erkenntnisse gewinnen können. Hier meine Eindrücke:

Das Hemd ist insgesamt sauber verarbeitet, ich habe mich übrigens bewusst für ein Glencheck-Muster entschieden um mal ein bisschen Abwechslung in den Kleiderschrank zu bringen. Der Stoff ist vor dem ersten Waschen extrem glatt, was sofort auffällt ist, dass sowohl die Manschetten und auch der Kragen sehr steif sind, hier sind Einlagen verarbeitet worden, die beiden eine besonders feste Form geben. Es handelt sich um reines Leinen, das bei 30 Grad zu waschen ist. Die Knöpfe sind entgegen der bisher betrachteten Hemden sehr klein, aber besonders dick.

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Der Verpackung und dem beiliegenden Informationsheft kann man entnehmen welche Partien bei Borrelli Hemden von Hand (an)genäht werden, dazu gehören:

  • die Knopflöcher
  • der Kragen
  • die Ärmel
  • die Schulterpartie
  • die Knöpfe
  • der Ärmelstreifen
  • die Mouche (Hüftbereich)
  • sowie die Frontleiste

Die Knopflöcher sind alle samt mit sehr feinen Stichen vernäht, im Kragen sind zwei Taschen für Kragenstäbchen vorgesehen. Insgesamt werden 4 Stäbchen (Plastik) mitgeliefert, ein Ersatzpaar befindet sich im beigelegten Info-Heftchen.

Im Bereich der Schulter wurde der Stoff am Übergang von Schulter zu Ärmel so weit wie möglich deckungsgleich verarbeitet, so dass ein sanfter Übergang entsteht (sofern möglich, Glencheck dürfte was das Muster betrifft schwerer als zum Beispiel „Streifen“ zu verarbeiten sein). Das Hemd besitzt keine Brusttasche. Auch an der Manschette kann man die handwerkliche Verarbeitung erkennen, die entsprechenden Löcher für Manschettenknöpfe sind mit besonders feinen Stichen vernäht, noch mal feiner als die Knopflöcher. In Hüfthöhe befindet sich wie bei Kiton ein Stück Stoff eingenäht, dass Front und Rücken miteinander verbindet und die Seitennaht stützt. Am unteren Ende der Frontleiste ist ein Siegel eingenäht (siehe Bilder). Was mich persönlich stört ist, dass das Hemd insgesamt recht kurz ist – Gott sei Dank nicht zu kurz. Trotzdem könnte es ruhig 5cm länger sein, da wäre bequemer. Die Armlänge ist für mich, der eigentlich einen extralangen Arm benötigt vollkommen ok. Es blitzt wie gewünscht unter dem Sakkoärmel hervor.

Fazit: Tolle handwerkliche Verarbeitung und ein schöner Stoff. Wer Borrelli Hemden im Einzelhandel erwirbt wird mit Preisen ab 200€ rechnen müssen. Alles in allem ist so ein Hemd den Preis aber durchaus wert, allerdings: In dieser Preislage bekommt man auch sehr gute maßgefertigte Hemden, die eine bessere Passform aufweisen.

In Category: Hemden

Andreas Gerads

Andreas Gerads ist Gründer und Inhaber von Stilmagazin.de. Er schreibt seit 2008 regelmäßig über Stil, Kleidung und Genuss. Sein erste Inspirationsquelle ist das Buch "Dressing the Man" von Alan Flusser.

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