Suit supply mtm

havanna

Well-Known Member
Die Passform meines Anzugs ist dafür, dass noch nichts geändert wurde und es der erste Wurf ist, wirklich gut. Nur gibt es doch meistens Verbesserungspotenzial. Gibt es dafür ganz grundsätzlich eine sinnvolle Herangehensweise?
Feedback von Fremden und Freunden über einen längeren Zeitraum sammeln.
Mindestens ein halbes Jahr.
-Wenn du keine Komplimente bekommst dann ist das gut. Es ist wie bei der Frisur. Wenns schlecht ist merkt es jeder und man wird angesprochen aber niemand wagt es direkt zu sagen..
-Wenn ältere Ladies dich anächeln dann ist das gut.
-Mach dir bewusst was für ein Wirkung eine Änderung der Proportionen auf andere hat und ob das willst..
 

lst08

Well-Known Member
Falten im Oberarm kommen meistens von einer falschen Ärmelrotation, wenn du ganz natürlich stehst. (Für Fotos macht man oft den Zinnsoldat)
Die Weite im Oberarm ist wichtig. In Zusammenhang mit ausreichen Brustweite, weiterem Oberarm und hohem Armloch ergibt sich Bewegungsfreiheit.

Wenn der Anzug gut aussieht und sehr bequem ist passt das schon!
 

bluesman528

Well-Known Member
Was mich interessiert ist, ob du nicht selbst am Anfang noch solche Mikrooptimierungen vorgenommen hast.
Ich habe das erst mal eine Zeit lang getragen (und ich trug auch damals mindestens werktäglich Anzug, daher hatte das auch Aussagekraft) und daraus vom Tragegefühl her Änderungen für die Folgebestellungen abgeleitet. Der Sitz des Sakkos entwickelt sich noch über die ersten zehn längeren Tragevorgänge, wenn sich die Inlays an den eigenen Körper anpassen, deswegen hat es vorher auch keinen Sinn, irgendwas zu ändern.

Am ersten Exemplar selbst habe ich nichts ändern lassen, mittlerweile habe ich das schon längst zu Oxfam gegeben. Mir gefiel der Stoff nicht mehr (Wolle/Leinen) und auch die Schulterform (Soft Shoulder) habe ich danach nie wieder gewählt. Aber ich glaube, ich habe am Pattern über die Zeit auch Substanzielleres ändern lassen als Du (vor allem Schulternaht weiter nach hinten, 2cm mehr Bundweite).
 

bertone

Well-Known Member
Ganz grundsätzlich: Hast Du einen Schneider in der Nähe, den Du zu diesen Details befragen könntest?

Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Hose relativ zu eng und schmal ist, da sich auf dem Foto die Taschen ausstellen, sich möglicherweise das Wadenbein tendenziell sozusagen 'durchdrückt', die Saumweite am Fuß ziemlich schmal erscheint und man insbesondere die hinteren Bügelfalten mMn insgesamt deutlich mittiger verlaufend erwarten würde, die sichtbaren schrägen Falten (sehr auffällig am rechten Bein) deuten auf eine Passform-Problematik 'im engeren Sinne'.
Ob jetzt im Vorderbereich der Flatfront(?)-Hose verursacht (https://www.styleforum.net/threads/gaping-pockets.315238/) oder eher in Richtung Schritthöhe bzw. Gesäßanteil kann ich nicht beurteilen, die Side Adjuster scheinen auch schon recht stramm eingestellt zu sein...?

Zur Jacke: findest Du die Schulterweite passend? Ich kenne den SuSu-Schnitt und die entsprechende Schultervariante nicht, auf den Bildern scheint die Schulter etwas nach außen abzukippen (und "überschnitten" ist sie ja eigentlich nicht), persönlich finde ich allerdings einen gewissermaßen steileren Verlauf der sichtbaren Naht am Übergang zum Ärmel (rot skizziert) mit entsprechend deutlicheren Konturen (blauer Bereich) passender.
CornelianiLeinenSeide2.JPG
Auf dem beigefügten Foto erkennt man (hoffentlich...), wie sich der Ärmel vom Torso/Achselbereich abgrenzt und somit direkt in die so wichtige sichtbare Silhouette/Taillierung übergeht.

Ich kann daher gut nachvollziehen, dass sich Gedanken zum Oberärmelumfang und der Brustweite ergeben - würde aber zuerst die Schulterweite prüfen und inwiefern diese mitursächlich für die deutlichen Vertikalfalten in der Rückansicht und die verbesserungswürdige Kontur im Bereich von Oberarm, Achsel und Brust sein könnte.

Die geringfügige Änderung beim Schließpunkt wird die Silhouette nicht verschlechtern, nach gängigen Kriterien ist die Jacke tendenziell zu kurz (relativ und aufgrund der Körpergröße) und es geht meiner Ansicht nach nicht nur darum, das Gesäß zu bedecken, da auch der Schrittbereich nicht vollständig entblößt sein sollte (auch wenn hier seit Anbeginn bei SuSu andere Auffassungen bestehen, teils auch in einem explizit misogynen Kontext ihrer ersten Werbekampagnen dargestellt...)

Ich bin im Gegensatz zu bluesman der Meinung, dass eine klar längere Jacke in der oberen Körperhälfte balancierter wirken würde (siehe Relation oberhal/bunterhalb des Schließknopfes) und im Zusammenhang mit einer deutlich weniger schmalen Hose das Gesamtbild verbessern würde - die genannte Strichoptik/Länge wird ja bei der vorhandenen Körpergröße maßgeblich durch die enorme Verjüngung von Schulterweite zur Saumweite am Fuß verursacht (geschätzt gut 18 cm ?).
 

Paul Temple

Well-Known Member
Die Werbekampagnen von Suitsupply waren ja bereits mehrfach die Grundlage für hitzige Diskussionen. Nach der aus dem verlinkten Beitrag gab es z.B. auch noch eine, bei der es die Motive in zweifacher Ausführung gab, einmal mit leicht bekleideten und einmal mit nackten Damen. Auch die Kampagne mit sich küssenden Männern soll wohl einige Gemüter erregt haben.
 

bluesman528

Well-Known Member
Kontext ist nicht frauenverachtend sondern frauenvernaschend ;)
https://youtu.be/ZOkQMv8muxk
Sex sells
(Warum nur die älteren Frauen das störend finden??)
Es sind nicht nur die älteren, sondern auch die hässlichen, ganz sicher ganz unabhängig davon aber auch die intelligenten. Und da muss man fairerweise auch sagen: Sie haben alle einfach Recht, wenn sie das störend finden. ;)

SuSu hatte halt immer ein kleines Marketingbudget, aber große Ziele. Und da wussten sie schon deutlich vor anderen heutigen Protagonisten sehr viel üblerer Natur, dass man dann ordentlich trollen muss, um durch die Lautstärke multiplizierter Empörung zur eigenen Zielgruppe durchzudringen. Mittlerweile ist man da auch kampagnenmäßig etwas etablierter. ;)
 

havanna

Well-Known Member
Suitsupply hat mittlerweile auch eine Kollektion für Frauen. Nennt sich Suistudio. Dort hat man ebenfalls eine recht freizügige Werbekampagne gemacht. Nur eben genau umgekehrt. Angezogene Frauen und nackte Männer. Motto "Not dressing men". Durchaus wortwörtlich zu verstehen. Im Grunde sehr gleichberechtigt. ;)
Und da wiederum ist der Anspruch der Frauen weitaus extremer. Die männlichen Models müssen hübsch, extrem durchtrainiert und Intelligenz Humor ausstrahlen mit einem Touch von Dominanz.
Da haben wir Männer weniger Ansprüche an den weiblichen Models.
Und da hör ich kein Aufschrei :p
 
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