Strickkrawatten

911er

Well-Known Member
#1
Ohne lange um den heißen Brei herum zu reden - hier meine Fragen:

Welche Qualitätsunterschiede gibt es / woran erkenne ich eine hochwertige Strickkrawatte?

Welche Hersteller sind zu empfehlen?

Warum gibt es fast ausschließlich gerade Enden?

Danke für Eure Antworten!
 
#2
1. An den Materialien - Polyester is Murks, 100% Cashmere schon was anderes. Dann natürlich die Verarbeitung: zieht sie Fäden? Sind die Säume ordentlich vernäht?

2. Herstellerseitig würde ich mal bei den hochpreisigen Herstellern schauen: Drakes, Kiton, Marinella. Zwar bezahlt man in der Regel auch für den Namen, aber die Qualität ist schon auch beeindruckend.

3. Gute Frage an die Experten!
 

Algernon Worthington

Gast
#4
doch, hat sich herumsgesprochen, jedoch gerne von mir ein bißchen Info, übrigens bei Drake's in der Beschreibung nachzulesen:

There's a touch of sartorial audacity in a silk knitted tie that's oddly liberating and we're proud that our knits continue to set the standard. Starting with the finest quality spun raw silk they're knitted on hundred year old looms that produce the distinctive crunchy 'cri de la soie' hand.

engl. "loom" = Webmaschine

Die Seidenfäden werden somit erst zusammengewebt, dann später weiterverabbeitet....
Hatten Sie eigentlich schon mal eine (Seiden-)Strickkrawatte in der Hand? Gewoben ist da gar nichts, die Seide wird zu Fäden gesponnen und dann wird gestrickt und ein Krawatte daraus genäht, das wars. Deswegen heißen sie wahrscheinlich auch Strickkrawatten oder knitted ties, vermute ich mal:rolleyes:.

http://www.drakes-london.com/details/ties/knittedsilkties
 
#5
Natürlich kann man Seide ohne weiteres auch verstricken, wie Algernon Worthington sagt. Daß es keine gestrickten Seidenkrawatten gibt, lässt sich ja schon ganz leicht an der Anzahl von Anbietern für Seidenstrickkrawatten widerlegen. Übrigens erkennt man wirklich gutes Seidengestrick (bzw. eine hohe Qualität des verwendeten Garns) am sogenannten "Cri de la soie", dem Seidenschrei. Das bedeutet, daß das Gestrick auf drücken und reiben hörbar knirscht.

Zur Endenfrage: Die geraden Enden ergeben sich aus der Produktionsmethode. Da Strick nicht wie Webstoffe diagonal zur Krawatte verarbeitet, sondern flach gestrickt und anschließend längs zu einem Schlauch vernäht wird, ergibt sich keine Spitze. Diese muß, wenn gewünscht, aufwendig Reihe um Reihe abgenommen, also die Reihen verkürzt werden. Das machen nur relativ wenige Hersteller, einer davon ist zum Beispiel Petronius.
 
#8
Warum gibt es fast ausschließlich gerade Enden?
Das warum hat Florian S. Kueblbeck ja schon beantwortet. Seit dieser Saison (Fruehling/Sommer) scheinen sie ziemlich angesagt zu sein, gibt eigentlich kaum ein Geschaeft, das keine Strickkrawatten mit spitzen Enden anbietet. Diese hier sind sogar made in Germany :eek:

Noch omnipraesenter kommen mir im Moment aber Garza Krawatten vor. Persoenlich gefallen sie mir einen Tick besser als Strickkrawatten mit spitzen Enden.
 
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