Schuhe - Reparaturbeispiele

#1
Guten Tag liebe Schuhfreunde,

da ich heute mehrere Paare Schuhe wieder in Empfang genommen habe die ich zum Schuhmacher meines Vertrauens gebracht hatte, möchte ich einen Faden beginnen, der reparierte Schuhe zeigt nach dem alten Muster: Vorher / Nachher.

Da die Meinungen insbesondere beim Thema Schuhe ja ohnehin weit auseinander gehen, hoffe ich auf eine anregende Diskussion, die sicherlich geeignet ist allen Interessierten ein paar neue Ideen zu dem Thema näher zu bringen.

MfG,

Enthusiast
 
#2
Beginnen möchte ich mit diesem Tassel Loafer von Allen Edmonds, der auf den schönen Namen Grayson hört.

Nach etwa zehn Jahren moderate Gebrauchs war die Sohle durchgelaufen und die Korkausballung kam zum Vorschein.
Nach Rücksprache mit dem Schuhmacher habe ich mich für eine grubengegerbte Halbsohle entschieden, die nach Ausbesserung der Korkausballung aufgeklebt wurde.
Dies geschah zunächst aus ästhetischen Gründen, ist aber gegenüber einer kompletten Neubesohlung auch wirtschaftlicher und kann praktisch beliebig oft wiederholt werden ohne größeren Aufwand.
Ebenso wurden die Absätze erneuert, diesmal kamen welche von Topy drunter, nachdem ich ein anderes Paar jünsgt mit Continentalabsätzen versehen ließ.

- E
 

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Matz

Well-Known Member
#3
Hallo Enthusiast,

darf ich vermessen fragen, was Du bezahlt hast?

Hatte einen ähnlichen Fall:
Lottusse-Schuhe mit Rendenbachsohle und Absätze, für
mMn. preiswerte 55 € sauber erledigt.

Liebe Grüße

Matz
 
#4
Hallo Enthusiast,

darf ich vermessen fragen, was Du bezahlt hast?

Hatte einen ähnlichen Fall:
Lottusse-Schuhe mit Rendenbachsohle und Absätze, für
mMn. preiswerte 55 € sauber erledigt.

Liebe Grüße

Matz
Sehr gerne,

es sind ungefähr 34,- € gewesen, genauer kann ich es leider nicht sagen, da ich für mehrere Reparaturen zusammen bezahlt habe, es sollte aber in etwa stimmen.

- E
 
#5
Gute Idee. Leider habe ich zur Zeit nichts Repariertes zum Vorzeigen.

Dies geschah zunächst aus ästhetischen Gründen, ...
Argument der Kosten ist klar, aber warum spricht für Dich die Ästhetik für aufgeklebte Halbsohlen? Weil dann die Naht auf der Lauffläche nicht mehr sichtbar ist? Das Ergebnis ließe sich doch durch eine verdeckte Naht wiederum viel eleganter lösen.

Ansonsten ist der Ausputz mit der braunen Farbe nicht so meins.
 
#6
Gute Idee. Leider habe ich zur Zeit nichts Repariertes zum Vorzeigen.



Argument der Kosten ist klar, aber warum spricht für Dich die Ästhetik für aufgeklebte Halbsohlen? Weil dann die Naht auf der Lauffläche nicht mehr sichtbar ist? Das Ergebnis ließe sich doch durch eine verdeckte Naht wiederum viel eleganter lösen.

Ansonsten ist der Ausputz mit der braunen Farbe nicht so meins.
Es hat weniger mit der Sohlenansicht zu tun, von der man als Träger ohnehin wenig hat, sondern viel mehr mit der Draufsicht von oben.

Da beim Maschinendoppeln regelmäßig neben die alten Löcher im Rahmen gestochen wird fällt dies besonders auf und ist meines Erachtens etwa bei einem massiven Full Brogue hinzunehmen, würde mich aber bei einem eher leichten und filigranen Schuh wie diesem Loafer aber stören.
Eine Alternative hierzu wäre natürlich das komplette Entfernen der alten Naht und das Aufdoppeln von Hand, was mein Schuhmacher jedoch nicht anbietet und wiederum unverhältnismäßig teuer für diesen alten Schuh wäre.

Im Übrigen ist es ja auch bei einer verdeckten Sohlennaht nur eine Frage der Zeit bis die Naht dennoch zum Vorschein kommt.

Den Hinweis auf die Farbe kann ich gut nachvollziehen, der helle Braunton ist jedoch der Belichtung geschuldet, im Tageslicht wirkt es tatsächlich fast schwarz und passt meines Erachtens sehr gut zu dem Rotbraun des Leders.

- E
 
#7
Bin bislang noch nicht in die Verlegenheit gekommen, eine Sohle erneuern lassen zu müssen. Weshalb sich die Frage anschließt, ob es bei einer sorgfältigen Einstellung des Stichabstands und einer sorgfältigen Bedienung der Maschine nicht auch ohne Handnaht möglich ist, die alten Löcher genau zu treffen.

Ansonsten ist das Argument der abweichend eingestochenen Naht natürlich nachvollziehbar.
 
#8
Bin bislang noch nicht in die Verlegenheit gekommen, eine Sohle erneuern lassen zu müssen. Weshalb sich die Frage anschließt, ob es bei einer sorgfältigen Einstellung des Stichabstands und einer sorgfältigen Bedienung der Maschine nicht auch ohne Handnaht möglich ist, die alten Löcher genau zu treffen.

Ansonsten ist das Argument der abweichend eingestochenen Naht natürlich nachvollziehbar.
Das halte ich für schwierig, zum einen auf Grund der hohen Geschwindigkeit mit der eine Maschine näht, zum anderen da im Falle einer Halbsohle im Bereich der Schnittstelle von alter und neuer Laufsohle jedenfalls ein Stück bis in den Bereich der Originalnaht hinein genäht wird um eine dauerhaft feste Verbindung mit dem Rahmen zu erreichen.

Jedenfalls hat noch keiner der von mir in Anspruch Genommenen ein solches Kunststück geschafft, was natürlich nicht ausschließen muss das es Anderen gelingen mag.

- E
 
#9
Anbei noch ein Beispiel anhand eines Florsheim Longwing mit umlaufender Sohlennaht, ebenfalls mit Halbsohle repariert, allerdings diesmal maschinengedoppelt.
Die Originahlnaht ist erhalten geblieben und man erkennt die neben ihr verlaufende neue Naht im Bereich der ersetzten Sohle, zum Vergleich auch Bilder vom Fersenbereich der im Originalzustand geblieben ist.

- E
 

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#10
[...] Weshalb sich die Frage anschließt, ob es bei einer sorgfältigen Einstellung des Stichabstands und einer sorgfältigen Bedienung der Maschine nicht auch ohne Handnaht möglich ist, die alten Löcher genau zu treffen.
Selbst wenn der Schuhmacher eine ruhige Hand hat und die Doppelmaschine richtig eingestellt hat, setzt dies vorraus, dass der Hersteller die Sohle mit gleichmäßigem Stichabstand genäht hat. Leider ist das selbst bei teureren Schuhen oft nicht der Fall. Vor allem in Bereichen mit kleinem Radius (z.B. Schuhspitze) ändert sich dann der Stichabstand.

Letztendlich ist Handdoppeln die sauberste und schonendste Methode (guter Schuhmacher vorausgesetzt :D). Bei meinem Schuhmacher kostet das für ein Paar Schuhe (ohne Absätze) ungefähr 120 €.

Grüße Wastel
 
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