offenkantig besser?

Hallo,

habe mir von SwaineAdeneyBrigg ein Portemonnaie gekauft. Später habe ich von Daines und H. eins gesehen, was diesem zum Verwechseln ähnlich sah und preislich nicht ;-)

Davon abgesehen, ist das SAB rundherum umgeschlagen und vernäht.
Naht könnte aufgehen...

Besser generell zu offenkantig verarbeiteten Produkten wie das Kreis Portemonnaie oder von Partisan aus diesem Grund greifen?

PS: Habe noch keinerlei Erfahrung mit dem SAB-Bridle-Leder und vielleicht hält das ja in Verbindung mit dem gewählten Faden auch bombenfest über Jahre und nix dröselt auf ;-)

Frage: die rundherumgehende Außennaht vorsorglich ganz gleicht fetten? Wie pflegt man Bridle-Leder, da es ja von Haus aus mehr Fett eingearbeitet bekommen hat?
 

Jazznow

Active Member
Hi,
Grundsätzlich sind Nähte eine Schwachstelle. Bei Portemonnaies sind zb hâufig an den Ecken Nähte durchgescheuert. Trotzdem ist eine eingeschlagene und genähte kante kein Zeichen mangelnder Qualität, im Gegenteil.
Alternativ dazu ist eine offene aber ordentlich polierte und verriegelte Kante eine ebenso gute Wahl. Ich hatte zwar noch kein Projekt von Partisan in der Hand, aber den fotos nach zu urteilen ist das höchstes handwerkliches Niveau, was die Kanten angeht.
Abstand würde ich persönlich von offenen unpolierten Kanten nehmen, dienoch fusselig sind. Hier wurde an zeit und Aufwand gespart um etwas günstiger produzieren zu können. Auf lange Sicht sind diese Kanten selten schön.
Nur meine Meinung...
Jazznow
 

smart

New Member
Hallo!

Ich möchte diesen Beitrag noch einmal aufgreifen. Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass umgeschlagene Kanten nicht von minderer Qualität zeugen, andererseits geht es mir so wie viele hier, dass nämlich meine Geldtaschen immer an den Kanten, und hier speziell an den Ecken aufscheuern. Somit benötige ich ca. alle 5 Jahre eine neue Geldtasche - und dies annähernd unabhängig von Fabrikat und Preis.

Daher möchte ich mir als nächste Geldtasche ebenfalls ein Modell mit offenkantiger Verarbeitung zulegen. Möchte mich daher der Frage von magschöneschuhe anschließen - welche Hersteller verarbeiten ihre Geldtaschen offenkantig.

Eine weitere Antwort kann ich schon liefern - Manufaktum hat einige Modelle dieser Machart im Programm.

Schöne Grüße! Martin
 
Wiederaufnahme des Themas

Tip zu Manufactum: sicherlich sehr gut und nicht zu teuer, ABER bitte erst in die Hand nehmen. Fällt sehr robust aus, Geschmackssache.

Das SAB tut übrigens seinen Dienst. Alle paar Monate etwas Wachs drauf und polieren. Nicht in der Gesäßtasche tagsüber & ab und an mal etwas destilliertes Wasser bzw. zum Baden mitnehmen (wg. Feuchtigkeit ergänzen).

Nach einem Jahr - ist in ein paar Monaten- werde ich mal bißl Fett/Öl in Form von Leatherfeed zuführen. Hauchdünnst.
 

Brummelbond

Member
Mein SAB hat 5 Jahre gehalten (intensiver Reiseeinsatz) und dann habe ich es weggeworfen, weil es mehr nach Pfäulnis als nach Patina aussah. Hat sich gelohnt, kann ich empfehlen.
 

Urban

Well-Known Member
Bei diesem Äpfel-Birnen-Vergleich muss man sich doch glatt fragen wie diese Teile gepflegt wurden und
warum sich die Kanten aufgescheuert oder die Nähte sich gelöst haben.

Offene Kanten?
Sind damit Sattelleder (Bridle leather) -teile mit behandelten oder unbehandelten, rohen Kanten gemeint?
 
SAB im Gebrauch

Pflege. Natürlich nicht gefettet, geölt und gecremt, da ja das Leder auch keine Fette/Öle verloren hat. Ab und an feucht abgewischt und 1x mit Saphir-Wachs poliert.

Ist-Stand. Wie neu, bloß die Form ist gurkig und in den Beugezonen keine schöne Farbe mehr.

Ich werde bei einem neuen auf höhere Festigkeit in sich achten (SAB = leichtes Durchbiegen möglich, wenn leer), eher auf Farbe verzichten (naturbelassenes Leder für Patina bevorzugen) und Nähten durch offenkantige Verarbeitung aus dem Weg gehen. >> Partisan macht ja genau das.
 

Urban

Well-Known Member
Alle Lederteile sollte man vor dem ersten Gebrauch "pflegen", Portemonaies, Gürtel, Briefmappen mit einer wachsfreien Creme wie den Cremes Delicates der verschiedenen Hersteller.
Diese sind sehr eng verwandt mit dem Renovateur und den Lotionen, enthalten aber keinen Wachsanteil und sind abriebfest (-> Kleidung).
Wachs hat auf Lederkleinteilen nichts zu suchen, da es sich an der Kleidung abreibt!


Grund:
Leder wird relativ trocken verarbeitet und bedarf daher eines höheren Ölgehalts
damit es widerstandsfähiger gegen Kratzer, Anstöße usw. wird.

Natürlich "verliert" Leder auch Feuchtigkeit, besser Elastizität [neben dem erhöhten ph-Wert] durch den eingetrockneten Handschweiß
und seine Bewegung.

Offene Kanten ohne jegliche Bearbeitung und ohne Versiegelung sind nicht zu empfehlen, da sie zu rau sind usw..
Eine Pflege tut aber auch dem Sattelleder gut, auch vor dem Erstgebrauch, es sei denn man möchte den abgegriffenen Zustand
(Rückstände vom Handschweiß, Schmutz usw.) unbedingt.
 
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