Maßprojekte unserer Mitglieder

Ich denke, er lebt in einer anderen Welt als die meisten von uns und hat einen unterhaltsamen, sehr direkten dunklen Humor. ;) Aber er hat sich im Styleforum selber stark weiter entwickelt und hat der Community auch viel an eigenen Gedanken zum Thema zurückgegeben. Sein Fotoblog ist einer der wenigen URLs, die ich mir regelmäßig zum Thema Menswear anschaue.

Mir war er sehr viel lieber als sein Gegenpol (wohl auch politisch) Michael Anton alias Manton, der sich nicht zu schade war, zum Hardcore-Trumpisten zu reifen, bis der große Clown auch ihn abgeschossen hat.
Wirkt auf mich eher wie eine sorgfältig kuratierte Fassade samt semi-professioneller Photos und Hosen der Sartoria Photoshop. Das perfekte Beispiel für jemanden der gut gekleidet ist, aber keinen Stil hat. Ansonsten ist er doch stinklangweilig, was im übrigen auch für seine speichelleckenden Groupies gilt.

Michael Anton ist einfach ein rechthaberischer Depp, genau wie sein Schoßhündchen Matthew Fan.
 
Wirkt auf mich eher wie eine sorgfältig kuratierte Fassade samt semi-professioneller Photos und Hosen der Sartoria Photoshop. Das perfekte Beispiel für jemanden der gut gekleidet ist, aber keinen Stil hat. Ansonsten ist er doch stinklangweilig, was im übrigen auch für seine speichelleckenden Groupies gilt.

Michael Anton ist einfach ein rechthaberischer Depp, genau wie sein Schoßhündchen Matthew Fan.
Danke für den Namen Michael Anton.
 
Der Artikel fasst es gut zusammen, seine persönliche und die allgemeine Erbärmlichkeit republikanischer Intellektueller angesichts der monströsen, vulgären Undemokratie eines Donald Trump.

Er war allerdings auch schon vorher in der G.W.Bush-Administration tätig als gelegentlicher Redenschreiber für Condoleezza Rice und Bush jr. himself, einer der vielen politischen Think-Tank-Bewohner, die Washington D.C. bevölkern. Immerhin hat er im Fernsehen den Pressekonferenzsaal des White House sartorial stark aufgewertet, wenn er mal zugegen war. Man stelle sich eine Sommer-PK vor, alle in ihren mausgrauen Vertreteranzügen oder in Boxershorts :) und dazwischen ein Typ im Solaro Suit. ;) Das hätte anarchistisch sein können, wenn der Mann ein Rückgrat gehabt hätte.
 
Wer noch nie blödsinn online geschrieben hat, werfe den ersten Stein! :D
Ganz ehrlich, ich bedauere sehr viele meiner Posts in Online Foren.
Und dazu jede Person entwickelt sich weiter, wächst persönlich und intelektuell.
Daher sehe ich es deutlich entspannter was Voxsartoria oder Michael Anton oder wer auch immer mal online geschrieben hat.
 
Und dazu jede Person entwickelt sich weiter, wächst persönlich und intelektuell.
Erstes stimmt sicher, wobei es in jede Richtung und definitv nicht immer "positiv" sein muss. Letzteres ist sicherlich in dieser Pauschalität nicht richtig. Viele bleiben stehen. Manche früher, manche später. Nicht wenige, was die Entwicklung der Persönlichkeit angeht, in der Pubertät.
 
Hallo zusammen,

ich habe etwas überlegt, ob ich das hier posten soll, da es sich um Maßprojekte drehen wird, die bereits abgeschlossen sind.
Ich habe mich jedoch durchgerungen, es hier einzustellen, da es auch irgendwie nicht ins WTIH passt und ein eigener Thread denke ich nicht lohnt bzw. vor allem, weil ich auch einige Fragen habe, die mir die hier vielleicht eher aktiven Experten beantworten könnten, sofern sie möchten.

Und zwar habe ich vor etwa zwei Jahren begonnen, mich für alle möglichen sartorialen Themen zu interessieren, und es war recht schnell klar: Ich hab richtig Bock, zu SchneiderIn zu rennen und Maßkleidung auszuprobieren :D

Aus Gründen, deren Erwähnung eigentlich irrelevant für meine Fragen ist, könnte man sagen, dass das Budget hoch und gleichzeitig niedrig war. Jedenfalls hatte es sich vor etwa einem Jahr ergeben, dass ich eine lokale junge Maßschneidermeisterin anrief und nach Details zu ihrem Angebot bzw. ihren Fertigungsmöglichkeiten und Preisen befragte.

Ich entschied, dass das passen könnte und gab schließlich einen Mantel, eine Hose und ein Hemd in Auftrag.
Meine Hauptfrage dreht sich wesentlich darum, ob bzw. inwiefern man das Gefertigte mit "bespoke" betiteln würde.

Die drei Teile wurden genau nach meinen Ideen/Entwürfen angefertigt. Es wurde auch deutlich gesagt, dass es sich nicht um Maßkonfektion handelt, sondern die Schnitte für mich erstellt werden.
So weit, so eindeutig. Mir ist klar, dass "bespoke" sicherlich einer Dehnbarkeit unterliegt, es dürften ja schließlich nicht umsonst Begriffe wie "Vollmaß" oder auch "true bespoke" oder so durch die Gegend schwirren.

Mich würden nun diesbezüglich evtl. vorhandene Sichten auf meine Stücke interessieren, dabei sind folgende Details von Belang:
-Beim Maßnehmen wurden nicht 30 verschiedene Körpermaße genommen.
-Es war nur eine Anprobe nötig.
-Der Anteil an aufwendiger Handarbeit ist gering, zum Beispiel wurden bei Mantel und Hemd (wie vereinbart) Klebeeinlagen verwendet, keine Handstiche/-nähte bis auf die Knopflöcher/Knöpfe. Grundpreise für Hemd und Hose dürften bei etwa 250 Euro gelegen haben, irgendetwas in der Gegend, Preise letztendlich inkl. "Mehrarbeit" und Materialien bei um die 300 und 330 Euro oder so, was Hemd und was Hose war weiß ich nicht mehr genau. Hemdenstoff war von Caccioppoli, Hose glaube ich nichts mit besonders großem Namen. Beim Mantel sah es so aus: Grundpreis 550, Endpreis 900, wobei Knopflöcher 60 Euro ausmachten. Den genauen Preis der Materialien kann ich hier leider nicht nennen, aber es handelt sich um logischerweise preislich im genannten Rahmen angesiedelte hochwertige Stoffe, die aber eben nicht direkt von einer der führenden Webereien bezogen wurden und hunderte Euro pro Meter kosteten. Futterstoff ist Viskose, Oberstoff 80 Prozent Schurwolle, 20 Kaschmir.

Also ich hänge ein paar Fotos an, und mich würde wie gesagt brennend interessieren, was ihr in Kombination der aus den Fotos hoffentlich einigermaßen ersichtlichen Passform/-genauigkeit sowie Aufwandseinschätzung und Verarbeitungsqualität allg. und meinen Infos zu Verarbeitung und Preisen schließt, will meinen, ob ihr das bespoke oder etwas anderes nennen würdet, ob ihr es für einen budgetär guten Weg halten würdet usw. Ich hoffe, dass das anhand all dieser Informationen halbwegs sinnvoll möglich ist...
Bin gespannt!
Ich frage mich nämlich im Nachhinein mit mehr Wissen, mehr Abstand usw. selbst ein bisschen, wie ich die Erfahrung einschätzen sollte.

Erst Hemd und Hose, damit ich mich gleich zu Beginn für das ungebügelte Hemd entschuldigen kann :D
Der Stoff ist so dünn und optisch extrem schön, dass ich als chronisch Bügelfauler es als Sonderbehandlung sonst immer mache, wenn ich es denn mal wage zu tragen...
GSHose_Hemd_bearbeitet_04_06.jpg Rücken wohl krummer als beim Maßnehmen/Anprobe/als Orthopäden empfehlen.

GSHose_Hemd_bearbeitet_01.jpg

GSHemd_Detail_bearbeitet_02.jpg

GSHemd_Detail_bearbeitet_01.jpg

GSHose_Detail_bearbeitet_01.jpg

GSHose_Detail_bearbeitet_02.jpg

Und der Mantel:
GSMantel_bearbeitet_02.jpg
(linker Ärmel ist vom Selbstauslöserbetätigen hochgerutscht :D)

GSMantel_bearbeitet_09.jpg
(Die Option, den obersten Knopf offen zu lassen, war nicht ursprünglich angedacht, fand ich nachher aber garnicht so schlecht.)

GSMantel_bearbeitet_03_04.jpg

GSMantel_bearbeitet_07_08.jpg

Vielen Dank schonmal im Voraus für eventuelle Einschätzungen und Akzeptanz an diesem hochheiligen Ort :D
-Sebastian
 

Von Amper

Well-Known Member
Puh, das wird jetzt ganz schwierig ohne falsch rüberzukommen.

So ein Hemd hättest du bei mir auch bekommen. Die Passform ist gut aber mit made to measure auch problemlos machbar. Was mir aufgefallen ist, die Naht im Bereich der Kragenspitzen ist sehr unsauber verarbeitet. Das ist eigentlich nicht akzeptabel. Bei Bespoke und dem Preis kann (muss) man mehr verlangen an Qualität. So einen Kragen würde ich an keinen Kunden raus schicken bzw. sofort ändern.

Die Hose ist vorne und hinten nicht ausbalanciert. Der Bund fällt vorne nach unten ab. Dort wären 2-3 cm mehr Leibhöhe nötig.

Beim Mantel stimmt der Oberarm nicht. Dort ist es recht faltig. Hier ist entweder zu viel Stoff oder die Armrotation passt nicht.

Insgesamt entspricht die Passform und Verarbeitung (vor allem beim Hemd) nicht dem zu erwartendem Standard von Bespoke. Die Passfrom ist mit etwas suchen auch bei RTW so machbar bzw. mit MtM absolut kein Problem. Die viele maschinelle Arbeit finde ich vollkommen in Ordnung. Das ist angesichts des Preises verständlich und auch nichts schlimmes. 100 % Handarbeit ist emotional betrachtet nett aber bringt eigentlich keinen Vorteil. Die Passform ist viel wichtiger.

Das klingt in Anbetracht der Summen und ich nehme hier auch eine zeitliche und emotionale Investition an, sehr hart. Ich möchte das nicht falsch verstanden wissen, es gibt einfach ein paar Stellen die nicht zu dem Anspruch von Bespoke passen. Wobei auch die Frage auftaucht, ob das hier gezeigte eigentlich nicht Bespoke light ist. Die üblichen 2-3 Anproben wurden ja nicht vorgenommen. Mir fehlt auch das gewisse Etwas an Raffinesse beim Schnitt und dem allgemeinem Stil. Das was man bei namhaften Schneidereien sieht ist einfach eine andere Liga.

Der Preis für das Hemd steht in keinem Verhältnis zur Qualität. Das Thema Hosen kann man nochmals angehen und die Passform optimieren, dann ist es in Ordnung. Der Mantel ist wie er ist, das kann man auch nochmals angehen aber Mäntel kauft man in der Regel nicht so oft wie Hosen.

Insgesamt sieht man, ein Schneider benötigt Erfahrung mit Bespoke und dann sind die hier genannten Preise auch nicht mehr realistisch, weil zu niedrig. Da spart man am falschen Ende.

Noch eine Anmerkung zu den Stoffpreisen. Hochwertige Stoffe für eine Hose oder gar ein Hemd müssen nicht hunderte von Euro pro Meter kosten. Bei Hemden sind wir im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich und bei Wollstoffen für Hose/Sakko beginnt es im mittleren zweistelligem Bereich. Alles Einkaufspreise ab Hersteller.

Und zum guten Schluss, ob der Ort hier so heilig ist, wurde noch nicht abschließend geklärt. ;)
 
Puh, das wird jetzt ganz schwierig ohne falsch rüberzukommen.

So ein Hemd hättest du bei mir auch bekommen. Die Passform ist gut aber mit made to measure auch problemlos machbar. Was mir aufgefallen ist, die Naht im Bereich der Kragenspitzen ist sehr unsauber verarbeitet. Das ist eigentlich nicht akzeptabel. Bei Bespoke und dem Preis kann (muss) man mehr verlangen an Qualität. So einen Kragen würde ich an keinen Kunden raus schicken bzw. sofort ändern.

Die Hose ist vorne und hinten nicht ausbalanciert. Der Bund fällt vorne nach unten ab. Dort wären 2-3 cm mehr Leibhöhe nötig.

Beim Mantel stimmt der Oberarm nicht. Dort ist es recht faltig. Hier ist entweder zu viel Stoff oder die Armrotation passt nicht.

Insgesamt entspricht die Passform und Verarbeitung (vor allem beim Hemd) nicht dem zu erwartendem Standard von Bespoke. Die Passfrom ist mit etwas suchen auch bei RTW so machbar bzw. mit MtM absolut kein Problem. Die viele maschinelle Arbeit finde ich vollkommen in Ordnung. Das ist angesichts des Preises verständlich und auch nichts schlimmes. 100 % Handarbeit ist emotional betrachtet nett aber bringt eigentlich keinen Vorteil. Die Passform ist viel wichtiger.

Das klingt in Anbetracht der Summen und ich nehme hier auch eine zeitliche und emotionale Investition an, sehr hart. Ich möchte das nicht falsch verstanden wissen, es gibt einfach ein paar Stellen die nicht zu dem Anspruch von Bespoke passen. Wobei auch die Frage auftaucht, ob das hier gezeigte eigentlich nicht Bespoke light ist. Die üblichen 2-3 Anproben wurden ja nicht vorgenommen. Mir fehlt auch das gewisse Etwas an Raffinesse beim Schnitt und dem allgemeinem Stil. Das was man bei namhaften Schneidereien sieht ist einfach eine andere Liga.

Der Preis für das Hemd steht in keinem Verhältnis zur Qualität. Das Thema Hosen kann man nochmals angehen und die Passform optimieren, dann ist es in Ordnung. Der Mantel ist wie er ist, das kann man auch nochmals angehen aber Mäntel kauft man in der Regel nicht so oft wie Hosen.

Insgesamt sieht man, ein Schneider benötigt Erfahrung mit Bespoke und dann sind die hier genannten Preise auch nicht mehr realistisch, weil zu niedrig. Da spart man am falschen Ende.

Noch eine Anmerkung zu den Stoffpreisen. Hochwertige Stoffe für eine Hose oder gar ein Hemd müssen nicht hunderte von Euro pro Meter kosten. Bei Hemden sind wir im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich und bei Wollstoffen für Hose/Sakko beginnt es im mittleren zweistelligem Bereich. Alles Einkaufspreise ab Hersteller.

Und zum guten Schluss, ob der Ort hier so heilig ist, wurde noch nicht abschließend geklärt. ;)
Sehr gut und diplomatisch beantwortet! :)

Mich überzeugen die Sachen leider auch nicht, tut mir leid! :-(
 
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