Krawattenkonstruktion: Folds, Tips & Rolls

Baconian

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#11
Ich werde nachher vielleicht mal versuchen das ganze auseinander zu dividieren in ein neues Thema, darauf habe ich gerade jetzt am Handy aber keine Lust.

Wenn ich urban richtig verstehe meint er, dass eine "echte 3-Fold" wie folgt gefaltet:

-1. Faltung: Der Stoff wird so gefaltet das Unterseite auf Unterseite liegen und außen jeweils die Stoffobersrite ist.

0. Faltung: Die der eben entstandenen Falzkante gegen über liegende offene Kante wird einmal umgelegt. Hiermit entsteht die spätere rechte Kannte die später mittig vernäht wird.

1. Faltung: Mit dieser Faltung entsteht die auf dem Bild rechte äußere Kante, und die zuvor entstandene Faltkante ist nun an ihrem Bestimmungsort in der Krawattenmitte.

2. Faltung: Hiermit wird die zweite mittlere Seite der mittleren Nahtlinie erzeugt, die geschlossene Falzkante vom Anfang wird nach innen gelegt.

3. Faltung: Die auf dem Bild linke Kante entsteht und die zuvor entstandene ist nun an ihrem Bestimmungsort in der Krawattenmitte.

Letzte Faltungen: Die beiden Krawatten Enden werden umgelegt und mit einer Naht fixiert.



Somit braucht man bei dieser Faltung keine Tasche, da der Oberstoff auf sich selbst gefaltet ist und die Rückseite der Krawatte schon schmückt.

Gesehen habe ich das noch nie, falls ich das richtig verstanden habe und ob 3-Fold jetzt der beste Name dafür ist... naja
 
#12
Liebe Leute,

nachdem hier ja eine richtige Diskussion entfacht ist muss ich mich einschalten.

Also es ist doch einfach - jeder kann es selber zu Hause mit nahezu jeder Krawatte machen.

Ich habe dafür eine schöne Shibumi verwendet. Es geht los:


3 Fold
 

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Urban

Well-Known Member
#16
Auch wenn es mMn nicht in diesen Faden gehört kann man manches hier nicht so stehen lassen. Ich schätze die Expertise von manchen in diesem Forum sehr, aber manche Dinge sind nun mal nicht schwarz oder weiß.



Ich habe gestern Abend fast alle meine Krawatten (auch aus Pre-Forenzeit) angeschaut. Ausnahmslos alle meine "normalen" Krawatten sind dreifach gefaltet. Ob nun mit Spitzenfutter oder nicht, Maschine oder Hand. Wo hier der Unterschied zur "echten" 3-Fold liegt erschließt sich mir gerade nicht. Bitte um Aufklärung?

Natürlich bildet auch das "Self-Tipping" eine Tasche aus. Sie geht nur hoch genug. Und das Tipping könnte man natürlich auch von Hand einnähen und ggf. rollieren, ob das sinnvoll ist?



Lieber Urban, hier widersprichst du dir selbst. Natürlich können/haben auch mehrfach gefaltete Krawatten ein Futter bzw. eine "Tasche" soweit sie nicht handrolliert sind (siehe oben). Gleiches schreibst du auch in deinem Forum so. Und natürlich kann man auch von self-tipped sprechen, die 7-Fold könnte nämlich auch handrolliert (und somit untipped) sein. Zumindest aber ist es gängige Praxis von Händlern das als Self-Tipped zu bezeichnen. Siehe auch Video unten. Ob man handrollierte Kanten mag? Geschmackssache. Mir gefällt eine self-tipped in 8 von 10 Fällen besser.

Wie du aus den am Anfang gezeigten Fotos schließen willst, dass es sich nicht um eine "echte" 3-fold handelt ist mir allerdings ein Rätsel.


Für alle interessierten, eine sehr detaillreiche, unromantische Herstellung einer gruselig hässlichen 7-fold. Absolut sehenswert:
https://www.youtube.com/watch?v=PrLwegRzIaY

Ich hab zuhause ein paar Finamore 6/7?-Fold und meine unter dem Spitzenfutter eine Einlage zu erfühlen?
Damit hast Du natürlich vollkommen Recht; um alle Möglichkeiten bei jedem Beitrag zu berücksichtigen würden diese sehr lang - ergo habe ich in diesem Fall stark gekürzt, denn es war mir bis dato immer ein Rätsel warum immer wieder einmal ganz normale Krawatten als 3-fold bezeichnet werden, was sie nun einmal nicht sind.
Wenn schon, dann müssten 4 Faltungen gezählt werden, also 4-fold - ist aber nun mal nicht.
Also was soll's...

Das Handrollieren halte ich übrigens auch für total überbewertet, darauf kommt es bei einer Krawatte wirklich nicht oder erst ganz zum Schluss an, denn wenn sie hochwertig, d.h. von Hand genäht ist statt mit einer Nähmaschine oder einer Liba, dann verfügt sie meistens, nicht immer, technisch betrachtet über die Grundvoraussetzungen, um als gute Krawatte bezeichnet zu werden.

Technisch wie gesagt - kaufen tut man sie aufgrund ihrer Gestaltung, weil sie gefällt, oder?
Griff, Fall und Bindbarkeit (-> Stoff + Einlage)... das wär's dann aber auch schon, um sich zu einer Kaufentscheidung hinreißen zu lassen.
 
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Urban

Well-Known Member
#18
Ich habe gestern Abend fast alle meine Krawatten (auch aus Pre-Forenzeit) angeschaut. Ausnahmslos alle meine "normalen" Krawatten sind dreifach gefaltet. Ob nun mit Spitzenfutter oder nicht, Maschine oder Hand. Wo hier der Unterschied zur "echten" 3-Fold liegt erschließt sich mir gerade nicht. Bitte um Aufklärung?
Das ist doch ganz einfach:
Eine mehrfach gefaltete Krawatte besitzt keine Einlage; ihre Fülle, Ihr Volumen, ist das Ergebnis der Faltungen.
Alle Krawatten mit einer Einlage sind ganz normale und werden nicht als fold, pieghe oder mehrfach gefaltet bezeichnet.

Da mehrfach gefaltete Krawatten keine Einlage benötigen, weisen sie grundsätzlich auch keine Tasche zu deren Aufnahme auf.

Du kannst aber auch mal nachschauen ob Deine Krawatten eine, resp., zwei, Fadenreserve aufweisen oder
ob sie mit einer Maschine wie der Liba genäht wurden, dann haben sie keine.
 
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lst08

Well-Known Member
#19
Das ist doch ganz einfach:
Eine mehrfach gefaltete Krawatte besitzt keine Einlage; ihre Fülle, Ihr Volumen, ist das Ergebnis der Faltungen.
Alle Krawatten mit einer Einlage sind ganz normale und werden nicht als fold, pieghe oder mehrfach gefaltet bezeichnet.

Da mehrfach gefaltete Krawatten keine Einlage benötigen, weisen sie grundsätzlich auch keine Tasche zu deren Aufnahme auf.

Du kannst aber auch mal nachschauen ob Deine Krawatten eine, resp., zwei, Fadenreserve aufweisen oder
ob sie mit einer Maschine wie der Liba genäht wurden, dann haben sie keine.
Ohne jetzt den Shibumi Faden sprengen zu wollen. Was ist dann das? Fadenreserve, wohl handgemacht (hoffentlich), folds aber 100%ig mit einer Wolleinlage in der Mitte.
 

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