Hemd selber nähen

metamorphose

Well-Known Member
#31
Der Fachbegriff dafür ist "einhalten"
Sowas bekommt man am besten gezeigt. Ich stell mich dafür gern zur Verfügung. Da wird wohl nur die Entfernung ein Problem. Falls nicht- einfach sagen.
 

metamorphose

Well-Known Member
#32
Hast du schon den kragensteg zugeschnitten? Den müsstest du theoretisch auch unterschiedlich zuschneiden.

Ich habe das ehrlich gesagt bei Hemdkragen mit Steg noch nie so gemacht weil ich mir eine schöne Rundung über einem kleinen Bock immer gebügelt habe. Den unterschiedlichen Zuschnitt wende ich nur bei dicken Stoffen an.

Manschetten schneide ich auch gleich zu und legs zum bügeln über den Bock.
 

metamorphose

Well-Known Member
#33
Thema fasenlauf:

Ich habe einmal skizziert wie es zum fadenlauf kommt. Eine stoffbahn besteht aus kett- und schußfäden. Die Richtung der kettfäden ist im Zuschnitt der fadenlauf. Ich habe auch den schrägen fadenlauf eingezeichnet und wie der Hemdkragen auf den Stoff gelegt wird. Da siehst du an welchen Stellen die kragenansatznaht schräg zum FL verläuft. Da im schrägen FL kein gerader Faden vorliegt, ist das Gewebe in dieser Richtung sehr elastisch und formbar (schrägstreifen etc.) hat eine weitreichende Funktion Schnitttechnisch und muss immer mit bedacht werden (kantenband etc) . Eine naht immer erst pressen nach dem nähen und erst dann (falls notwendig) auseinander bügeln.
Ich habe heute einen feinen Seiden pongé verwendet und dabei einmal den schrägen FL (hier schulternaht) und den geraden FL (taillennaht) fotografiert.
 

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#34
Thema fasenlauf:

Ich habe einmal skizziert wie es zum fadenlauf kommt. Eine stoffbahn besteht aus kett- und schußfäden. Die Richtung der kettfäden ist im Zuschnitt der fadenlauf. Ich habe auch den schrägen fadenlauf eingezeichnet und wie der Hemdkragen auf den Stoff gelegt wird. Da siehst du an welchen Stellen die kragenansatznaht schräg zum FL verläuft. Da im schrägen FL kein gerader Faden vorliegt, ist das Gewebe in dieser Richtung sehr elastisch und formbar (schrägstreifen etc.) hat eine weitreichende Funktion Schnitttechnisch und muss immer mit bedacht werden (kantenband etc) . Eine naht immer erst pressen nach dem nähen und erst dann (falls notwendig) auseinander bügeln.
Ich habe heute einen feinen Seiden pongé verwendet und dabei einmal den schrägen FL (hier schulternaht) und den geraden FL (taillennaht) fotografiert.
Danke für Deine Mühe, die Du hier investierst. Ich vermute, dass hier einige Teilnehmer (mich eingeschlossen) noch viel lernen können.
 
#36
Hat jemand zufällig einen Tipp, wie man die kürzere Innenseite geschickt strafft während man näht? Stelle ich mir erstmal nicht ganz einfach vor.

Es gibt da eine Menge an Möglichkeiten. Ich beschreiben einfach mal zwei.

Die sauberste ist es, den Unterkragen an den Seiten und an der oberen Kante ein paar Millimeter kleiner zu schneiden. Stecken, und so unter die Maschine legen, dass du auf der Unterkragenseite nähst. Wenn du den Kragen beim Nähen rund hältst, stimmt das Verhältnis Ober- und Unterkragen und du kannst es ohne Verzug zusammen nähen.

Die schnelle Variante (bei Uni-Stoffen) ist ein fertig geschnittener Oberkragen (bei Vollfixierung bereits beklebt) den du rund über deine Hand über ein langes rechteckiges Stück stoff legst, steckst und dann den Oberkragen aufnähst. Am Ende wird der Unterkragen dann quasi "ausgeschnitten". Nicht meine präferierte Methode, sei aber der Form halber erwähnt.

Später, vor dem Wenden bei beiden Methoden unbedingt darauf achten, dass du die Nahtzugaben stufig zurück schneidest, das gibt flache und saubere Kanten. Das heißt die Nahtzugaben des Oberkragen sollten ein wenig länger sein, als die des Unterkragens, damit diese nach untern verschwindet.

Für vollfixierte Krägen hat sich bewährt, dass man als erste Schicht eine hauchdünne Fixiereinlage - die bis in die Nahtzugaben reicht - aufbügelt (am besten mit einer Presse). Dann schneidet man aus einer mäßig festen Einlage quasi die Schablone für den Oberkragen. Die Einlage sollte nun 2mm kleiner sein, als der eigentliche Oberkragen, um beim Wenden ein wenig Luft zu haben. Die festere Einlage wird nun aufgeklebt und nun brauchst du auch keinen blauen Markierstift mehr, sondern orientierst dich an der Einlage. Natürlich ist es dann nicht mehr möglich, von der Unterkragenseite her zu nähen und du du muss die anfallende Weite so ein wenig auf dem kleineren Unterkragen verteilen. Da es sich aber nur um Millimeter handelt, ist das auch kein Problem.

Nach dem Wenden und bügeln den Kragen mit 0,4 - 0,5cm absteppen. Wobei etwas kleinere Stiche ordentlicher aussehen würde. Kein Muss!

Danach solltest du aber unbedingt noch die untere Kante schließen, wobei du den Kragen auch wieder ein wenig rollen solltest, so, wie er später um den Steg fallen soll. Ein wenig! rollen ist ernst gemeint. Das sollte nur angedeutet werden. Rollst du den Kragen hier zu sehr an, liebt er zwar später wunderbar um den Hals, kann aber nicht gebügelt werden, da es nicht mehr möglich ist, ihn flach hin zulegen.

Ach... und am Ende noch der kleine Hinweis, dass der Oberkragen durch den kleineren Unterkragen um genau den halben Betrag kleiner wird, den der Unterkragen kleiner geschnitten wurde. Für die Perfektionisten sollte das bei der Schablone für den Oberkragen bedacht werden. Bei 2mm Verkürzung auf beiden Seiten ergibt sich auf den gesamten Kragen schon eine Verkleinerung von 0,4cm was bei einem Kreis, gerade um den Hals herum schon viel sein kann ;)
 

metamorphose

Well-Known Member
#39
Auch nicht schlimm, ich fand das Forum viel zu unübersichtlich u d mit den vielen englischen fachbegriffen nervig. Ein paar Sachen hole ich mir aus dem Rundschau Verlag und alles andere erkläre ich mir selbst. Ich finde, wenn man das Grundprinzip der Schneiderei gelernt hat, kann man mit einem guten Qualitätsanspruch nichts falsch machen.
 
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