Espressotrinker?

Also meine Maschine ist komplett in Chrom gehalten, ich habe noch nie einen Siebträger mit soviel Holzapplikationen gesehen :cool:
Na, die gibt's ja auch in Chrom. Oder Blau. Oder Rot. Oder Anthrazit. Oder Weiss. Oder Metall matt, wie heisst das noch gleich? So gestrichen oder gezogen. Usw. Die Griffe und Druckanzeigen können auch individuell gewählt werden.. Wasser Links, Dampf Rechts, umgekehrt, etc. Eine wirklich hohe Konfigurierbarkeit, auch betreffend Festwasser, Wassertank, Abfluss... keine Ahnung was mittlerweile alles möglich ist. Ich glaube ich war damals der erste Kunde in der Schweiz. Ich stehe halt auf die Holzapplikationen. Absolute Geschmackssache, bei mir findet man aber auch nichts von diesem neumodischen Carbonzeugs - ich mag warme Farben und Umgebungen.

Was mich aber letztlich überzeugt hatte - nach durchlesen der damals etwas über hundert Seiten der Entstehung im Forum - war, wie gut durchdacht das Konzept war und dass die Abmessungen absolut küchentauglich sind.
Kurz vorher war noch die Profitec 700 (Dualboiler) im Fokus. Sicher eine sehr gute Maschine, aber komplett überdimensioniert für (m)einen Privathaushalt, ausserdem rund 35% teurer. Kommt halt auf die Ausstattung bei der Xenia an.

Ausschlaggebend war für mich dann auch die kurze Aufheizzeit für einen Siebträger: Keine 15min. und der erste Espresso kann bezogen werden.

Zurückblickend auf die Zeit seit ich sie habe, kann ich sagen, dass ich es keineswegs bereut habe und nach wie vor hochzufrieden bin wie am ersten Tag. Wenn man Espressi mag, natürlich.

Im Anhang noch ein aktuelles Foto der Kombination. Ich bitte um Entschuldigung - wöchentliche Reinigung steht erst morgen an.

DSC_1337 (Groß).JPG
 

Anhänge

Vielleicht an dieser Stelle noch eine kleine Ergänzung zur Findung der passenden Rösterei für die "optimale" Bohne zur Maschine:

Nachdem die Maschine letztlich recht spontan eintraf, habe ich erst mal Bohnen aus dem Supermarkt geholt, was der komplette Reinfall war. Die Bohnen dort sind i.d.R. einfach schon zu alt, also Röstdatum zu weit zurück.

Nächster Versuch war dann einer der Gewinner an den Espresso-Meisterschaften oder wie die heissen - bestellt, bekommen - und festgestellt, dass die Bohnen wiederum bereits vor 3 Monaten geröstet wurden. Daraus wurde auch nichts. Es kam wohl Espresso raus, aber er schmeckte nicht.

Danach habe ich mich nochmal ins Thema eingelesen und der generelle Tenor ist: Möglichst frisch geröstet soll es sein.

Daraufhin habe ich mir in der Nähe einige Röstereien ausgesucht und mich da durchprobiert - letztlich bin ich bei einer 50/50 Robusta / Arabica Mischung einer lokalen Rösterei hängengeblieben, die einen so richtig schönen italienischen Autobahnraststättenkaffe ergibt - kurz, kräftig und lecker mit fetter Crema.
Da hole ich mir alle 5-6 Wochen frisch geröstete Bohnen in 250g Säckchen, damit sie möglichst kurze Zeit geöffnet sind und wenig ausgasen. Dabei sollte die Röstung aber 5-7 Tage her sein, vorher hat er für meinen Geschmack zu viel Säure.

Als mein persönliches Fazit möchte ich hier weitergeben: Nicht die Maschine macht's, sondern vor allem die Bohne und die Übung. Die Maschine hilft nur und es ist durchaus zu bevorzugen, wenn dort möglichst viele Parameter konstant bleiben können (Temperatur & Druck einstellen lassen und auch die Wasserhärte möglichst konstant halten bei möglichst PH Neutral und 7dh - mit Mahlgrad, Menge und Sorte des Kaffees lässt es sich gut genug spielen).

Dass für das Einmahlen und Einregulieren erst mal 300-500g Bohnen durchgehen beim Sortenwechsel, sollte man auch in Kauf nehmen.
Meine ersten Tage war ich ziemlich unter Koffein-Überdosis, bis das einigermassen gepasst hat.

Wie bereits gesagt - alles sehr subjektiv, ich denke, da muss jeder seinen eigenen Weg finden.
 

dermax

Active Member
Schön zu sehen, dass du auch die Anpassungen an der Mühle mit dem Plexiglasrohr gemacht hast. Ich kann noch den veränderten Trichter aus dem 3d-Drucker empfehlen ;-)

Deiner obige Zusammenfassung kann ich in fast allen Punkten nur zustimmen. Ich kaufe die Bohnen allerdings in Kilosäcken und lagere sie im Gefrierschrank. Daraus hole ich mir alle paar Tage eine neue Dosis für die Maschine. Mit dem Resultat bin ich recht zufrieden.
 
@Ganz Mann

ersteinmal vielen Dank für Deine umfangreiche Erklärung und Beschreibung. Die Interpretation (von anderer Seite) mir würde die Maschine nicht gefallen war "ein Schuß daneben". Gefallen ja aber ist nicht 100% meins - auch wenn bei mehrfacher Betrachtung die Holzverarbeitung etwas hat. Ich finde es aber generell super das a) Die Maschine letztlich eine MTO bzw. Custom made ist und optimiert wurde b) die Kurze Aufhzeizzeit. Das bekommen sonst nur kürzer Thermoblock Maschinen hin - alle anderen brauchen ja gut 30 Minuten (meine auch)

Was die Bohnen betrifft kann ich nur zustimmen. Möglichst frisch. Wir haben jahrelang hochwertige Arabicas getrunken und irgendwann waren die alle viel zu intensiv. Mittlerweile kaufen wir einen Standard Espresso im und trinken den gerne. Immer relativ frisch (schneller Abverkauf) und gleichbleibendes Niveau - denn das war immer ein großes Problem. Tatsächlich sind Maschinen überschätzt, wichtig ja aber nicht das wichtigste Instrument. Die Mühle ist das Non-Plus-Ultra. Du kannst noch seine eine hochwertige Maschine haben aber wenn die Mühle keinen guten Espresso vorbereitet... Wenn beides hochwertig ist + guter Cafe gilt nur noch ein wenig experimentieren um den besten Espresso hinzubekommen und es kann los gehen.

Schöne Maschine (an sich) mit phantastischen Features (wie ich finde).
 

weriker

Active Member
Seit zwei Wochen steht bei mir zuhause auch eine "richtige" Espressomaschine. Vorher war ich über 10 Jahre Nespressotrinker und damit einigermassen zufrieden. Allerdings gab es ein paar Erweckungserlebnisse, die aufzeigten, dass es doch noch deutlich besser geht. Nicht geholfen hat auch die Einführung einer neuen Samstagsroutine mit Besuch in einer kleinen Bar eines lokalen Rösters. Nun wurde definitiv klar, dass zuhause ein Upgrade notwendig wurde.

Bestellt habe ich mir schliesslich eine Rocket Mozzafiato V mit Eureka Specialità Mühle. Eine Xenia habe ich auch noch erwogen, weil sie sicher ein gutes Gesamtpaket liefert. Schlussendlich entschied sich der Bauch für die Italianità. Den gefühlt grössten Nachteil der E61-Maschine werde ich mit einer Zeitschaltuhr umgehen.

Beim genannten Lokalröster habe ich mich dann mit Single-Origin-Bohnen eingedeckt und unterstützt mit Wissen aus dem Kaffee-Netz losgelegt. Es dauert etwas und ist mitunter frustrierend, aber wenn man mal das - zumindest annähernd - richtige Ergebnis hat, so ist das sehr lohnend (und das Ergebnis sollte auch anhaltend sein). Um das Ganze noch etwas zu perfektionieren habe ich mir jetzt noch eine Feinwaage bestellt. Ich werde aber bestimmt nicht jeden Kaffeebezug wiegen, es wird nur darum gehen, das "Gefühl" mit wissenschaftlichen Mitteln zu unterstützen.

Diese Woche war ich auch noch an einem dreistündigen Home-Barista-Kurs. Den fand ich zwar interessant, viel Neues habe ich leider nicht mitgenommen (ok, vielleicht die Erkenntnis, dass die Lelit Bianca auch ein feines Maschinchen ist). Mit Wissen aus dem Kaffee-Netz und -Wiki sowie Trial and Error bin ich ähnlich weit gekommen.

Milch schäumen ist mir jetzt auch schon ein paarmal gelungen, als nächstes kommt "Latte art" (Milchkunst klingt etwas gar banal).

Ein guter Espresso ist zwar etwas (Initial-)Aufwand, aber schlussendlich auch keine Rocket Science. Das Ergebnis lohnt auf alle Fälle :)
 

Newton

Well-Known Member
Da zuvor die Bedeutung der Bohne für die Qualität des Espresso hervor gehoben wurde, nun noch die Anmerkung, dass es auf die Mühle und den idealen Mahlgrad der jeweiligen Bohne ankommt. Der Espresso sollte dann in ca. 25 Sekunden durchgelaufen sein, um ein sehr gutes Ergebnis zu produzieren. Die Eureka ist wohl derzeit das beste, das man in der Einstiegsklasse als Kaffeemühle bekommen kann. Bin mit meiner sehr zufrieden.

Da hier die langen Aufheizzeiten genannt wurden. Meine ECM classica (Einkreissystem) heizt in 7 Minuten auf.
 
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