Die Preise eines Handwerkers

Urban

Well-Known Member
#41
Findet es jemand wirklich sinnvoll über die Preise von maßgeschneiderter Kleidung zu debattieren
wenn selbst Stundenlohn und Stundensatz eines Schneidermeisters beliebig vertauscht werden?
Wohin dieses extreme Preisbewusstsein führt kann man doch nachlesen.
Weder bin ich Kunde eines Schneidermeisters oder einer -meisterin noch benötige ich derartig aufwendig gemachte Anzüge, denn ich trage gar keine mehr, aber wenn ich das Bedürfnis danach hätte, der Gedanke kam schon vereinzelt hoch, dann würde ich versuchen einen Termin bei einem guten Schneider zu bekommen
und dabei wäre mir dann auch der genaue Endpreis so ziemlich gleichgültig,
denn er oder sie ist gut!
Es ist jedoch müßig über anderer Leute Stundensätze zu schreiben, geschweige denn sich über deren
Einkommen Gedanken zu machen, da heutzutage das Einkommen oft nichts mehr mit der Leistung oder
den Fähigkeiten einer Person korreliert.
Andererseits mutet es doch seltsam an hier, wo so viele doch tatsächlich meinen wenn sie irgendwem irgendwelche Körpermaße zuschicken, sie bekämen schon Maßanzüge, Maßhemden oder Maßschuhe oder
wenn sie, wie anno dazumal der Kärnter, Hosen und Sakkos zum Kopieren (!) in ein Niedriglohnland senden.

Eine Schneidermeisterin oder -meister wird schon wissen welchen Stundensatz sie*er kalkulieren muss,
um überhaupt auf ein eigenes Einkommen, was man wohlmeinend dann als Lohn bezeichnen kann.
Als Selbständige wird nicht sonderlich viel am Monatsende auf die Arbeitsstunde umgerechnet übrig bleiben
hier in Deutschland.
Man schaue sich die Schneider-Import-Trunkshows an und fange dann mal an zu rechnen wie wenig
diesen Italienern nach Abzug der Provisionen, Reisekosten und dergleichen mehr überhaupt verbleibt
und was das dann für einen Stundenlohn ergibt.

Insofern wäre es gerade jetzt am Jahresanfang doch ein guter Vorsatz über die eigenen Einkaufsgewohnheiten
und Marotten ein klein wenig innere Einkehr zu halten, sich an die eigene Nase zu greifen,
statt alles und jedes auf einen nackten Geldbetrag herunter zu brechen.

Ein frohes neues Jahr!

P.S.
Ich ertappe mich selbst auch noch oft genug bei GIG-beeinflussten Kaufüberlegungen,
versuche diese aber komplett abzuschalten.
 

Hadrianus01

Well-Known Member
#42
Spekulieren wir doch einmal ein wenig: Ich gehe von einem Ein-Personen-Betrieb aus und einer monatlichen Arbeitszeit von ca. 250 Stunden aus. In dieser Zeit sind Kundengespräche zu führen, die Büroarbeit (Buchhaltung, Beschaffung von Material usw.) zu erledigen und nebenbei noch zu schneidern. Zu bestreiten sind neben den Kosten für das Geschäft auch die Lebenshaltungskosten (eventuell auch für nicht zum Haushaltseinkommen beitragende Personen) und Altersvorsorge. In Düsseldorf kostet der Quadratmeter in Stadtteillage zwischen 10 und 55€ Miete ohne Nebenkosten. Nehmen wir 50 Quadratmeter bei 20€ an, was mir eher optimistisch erscheint, sind wir schon bei 1000€ ohne Nebenkosten. Eine monatliche Privatentnahme von mindestens 735€ sollte möglich sein (damit käme man auf den steuerfreien Grundbetrag von 8820€ p.a. für Alleinstehende), um die einfachsten Bedürfnisse zu stillen. Dazu kommen mindestens 500€ Miete (inkl. Nebenkosten) für die private Unterkunft. Allein mit den von mir genannten Kosten komme ich auf ca. 2500€ im Monat, die nach Abzug von Steuern und Abgaben auf dem Konto landen müssen.

Vielleicht kann jemandbelastbarere Zahlen und von mir übersehene Kostenstellen beitragen. Dann könnten wir zu einer wenigstens groben Einschätzung kommen, welchen Stundensatz ein zölibatär lebender bedürfnisloser Schneider berechnen muß, um zu überleben.
 

Lumpenbub

Well-Known Member
#43
Solche Fragen stelle ich mir einfach nicht.

Ich gehe davon aus, dass jeder Anbieter am Markt so kalkuliert, dass er seine Kosten decken und seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Details dazu interessieren mich etwa so, wie der berühmte Sack Reis in China.

Wer bin ich, dass ich mir Gedanken darüber mache, welcher Stundensatz oder Stundenlohn für einen Handwerker gerechtfertigt ist? Er nennt seinen Preis und er findet Kunden oder nicht. Das muss man nicht normativ aufladen.

Der Denkansatz, den Preis für einen Maßanzug über die Lebenshaltungskosten eines "zölibatär lebenden, anspruchslosen Handwerkers" zu ermitteln, ist allenfalls belustigend.
 

jabbadoo

Active Member
#44
Nö. Ganz einfach nö.

Ich muss mich auch nach Leistung, Qualität und Ergebnis im Preis messen lassen. Zugegeben in einem vollkommen intransparenten Markt von Idioten über fair und gut bis Abzocker und Beraterlaber.

In so fern mache ich mir schon Gedanken, ob der Gegenwert stimmt. Showzulagen gibts bei mir ebenso wenig wie ein unseliges Drücken fairen Lohnes. Mich interessiert dabei ein ausgewogenes Verhältnis.

Im Übrigen, kleine Stichelei (Kundenerfahrung), postuliert gerade die "Schwamm drüber Fraktion" oft, dass man einfach kaufen soll, während sie bei Dienstleistern oder Handwerkern für den eigenen Bedarf gerne knausern. Nicht unbedngt hier im Forum aber das ist sehr weit verbreitet.
 

Tittapå

Well-Known Member
#45
Bevor hier im Thema über Sinn und Unsinn des Themas weiter philosophiert, und am Ende darüber gestritten wird.
Schließe ich mal von meiner Seite offiziell das Thema und sage Danke für die Beteiligung.

Ich fand es ganz interessant mal Meinungen zu hören, von Menschen die sich viel mehr Gedanken über Kleidung machen als es die allermeisten Kunden tun.

Den durchgängig netten Ton fand ich sehr angenehm und erfreulich für 2019!

Danke und allen ein super Jahr 2019 :)
 
#46
Was darf denn ein vom Schneider genähter Anzug kosten? Wenn ich als Bankangestellter nach meinem Studium 25€/Std. verdiene, darf dann ein Schneider mehr Geld verlangen?
n
Wenn ich schon lese "was darf" es Kosten könnte ich Kotzen.
Frage: Was darf eine neuer BMW kosten???? Entwedwer kaufen oder nicht.

Wenn ich weiter leser ein Studierter weiß nicht was Nettolohn und Bruttolohn ist. Siehe 25/Std. und Vergleichslohn des Bruttolohnes des Schneiders.
Mein lehrer würde sagen: "Ave Maria".

Der Themenstarter lebt auf dem Planeten wenn es darum geht ein Schneider "verdient" mehr als ein "studierter Kaufmann".
Tja, im nächsten leben Handwerker werden. Am besten dann vielleicht ein Zweiter Lagerfeld werden.
Dann hat man "mehr " verdient.
 

Tittapå

Well-Known Member
#48
Wenn ich schon lese "was darf" es Kosten könnte ich Kotzen.
Das ist jetzt nicht wirklicht interessant. Eher traurig. Das Thema war soweit durch. Ging friedlich an den meisten vorbei. Und jetzt musst du noch hier Kotzen? Seltsam ....
Frage: Was darf eine neuer BMW kosten????
https://www.zeit.de/mobilitaet/2018...agen-automobilindustrie-kaufpreis-listenpreis
Es gibt aber sehr viele Autoforen, in denen dieses Thema sehr ausführlich erklärt wird. Auch da gilt allerdings "weniger kotzen, mehr lesen!"
Entwedwer kaufen oder nicht.
Deine Einstellung kann dir keiner nehmen. Andere gilt es aber zu akzeptieren.
Wenn ich weiter leser ein Studierter weiß nicht was Nettolohn und Bruttolohn ist. Siehe 25/Std. und Vergleichslohn des Bruttolohnes des Schneiders.
Mein lehrer würde sagen: "Ave Maria".
Er würde erst mal deine Rechtschreibfehler bemängeln! Und nicht sowas posten.
Der Themenstarter lebt auf dem Planeten wenn es darum geht ein Schneider "verdient" mehr als ein "studierter Kaufmann".
Ich kenne Handwerker die über eine Millionen jährlich verdient haben. Nach Steuern. Und auch jede Menge Kaufleute die sehr viel weniger haben. Nicht die Regel. Aber willkommen auf der Erde.
Tja, im nächsten leben Handwerker werden.
Ich hab meinen Gesellenbrief. Leider nicht als Schneider.
besten dann vielleicht ein Zweiter Lagerfeld werden.
Dann hat man "mehr " verdient.
Ganz weit weg vom Thema.

Ich wünsche dir dennoch ein gutes Jahr 2019! Sowie mehr Gelassenheit und sehr viel mehr Toleranz.
 
Oben